In Syrien und im Irak

Mehrere Wolfsburger IS-Kämpfer gestorben

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Wolfsburg - Sie sind fanatisch und äußerst gewaltbereit: Mehr als zehn junge Kämpfer aus Wolfsburg – dem Zentrum der Islamisten in Niedersachsen – sind für den IS in den Kampf. Das LKA geht inzwischen davon aus, dass rund die Hälfte mittlerweile im Irak und in Syrien gestorben ist.

Ihre Kampfeslust hat einigen Dschihadisten aus Wolfsburg das Leben gekostet. Das niedersächsische Landeskriminalamt geht davon aus, dass rund die Hälfte der mehr als zehn ausgereisten Islamisten aus der VW-Stadt in den Kampfgebieten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak gestorben ist. Offiziell bestätigen könne das LKAdie Zahl der Toten aber nicht, sagte eine Sprecherin. Es gebe bislang keine Angaben der Behörden vor Ort. Die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" berichtete, dass vermutlich acht von 15 Kämpfern gestorben seien.

Die VW-Stadt gilt als eine Art Hochburg der Salafistenszene inNiedersachsen. Insgesamt soll es dort rund 50 junge radikale Islamisten geben.Mitte Januar nahmen LKA-Beamte einen 26 Jahre alten Terrorverdächtigen fest. Der Deutsch-Tunesier soll sich der IS-Terrormiliz angeschlossen haben. Bereits im November war ein Syrien-Heimkehrer und mutmaßlicher IS-Kämpfer verhaftet worden. Landesweit gab es im vergangenen Jahr 20 Ermittlungsverfahren aufgrund von islamistischem Terrorismus.

Anfang April gingen die Behörden davon, das etwa 50 Islamisten aus Niedersachsen in Richtung Syrien ausgereist sind. Zu ihrem Schicksal imIrak und inSyrien liegen dem niedersächsischen LKA nach eigenen Angaben aber hauptsächlich unzuverlässige Quellen vor, etwa Angaben von Angehörigen oder Einträge in sozialen Netzwerken. „Wir erfahren davon nicht immer“, sagte die Sprecherin. Einige angebliche Todesfälle seien zwar bekannt, aber nicht überprüfbar. Das gelte auch für einen 25-jährigen Wolfsburger, über den die „Bild“-Zeitung berichtet hatte. SeinBruder soll imFebruar per Telefon über seinen Tod informiert worden sein.

Laut LKA reisen immer mehr Krieger aus Niedersachsen in die Kampfgebiete. „Wenn wir Hinweise haben, versuchen wir sie an der Ausreise zu hindern“, sagte die LKA-Sprecherin. Das würde aber nicht immer klappen. Anfang April wehrte sich der Vize-Chef des LKAs, Thomas Ring, gegen Vorwürfe, Dschihadisten nicht ausreichend an der Ausreise gehindert zu haben. Für einen Passentzug müsse es gerichtsverwertbare Hinweise geben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht davon aus, dass bis Mitte April insgesamt 680 Islamisten aus der Bundesrepublik in Richtung der Kampfgebiete des IS ausgereist sind. Es gebe Hinweise, dass rund 85 von ihnen in Syrien oder dem Irak gestorben seien. Gut 230 Islamisten seien zurück in Deutschland.

dpa

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