63-Jähriger wird vermisst

Mehrfamilienhaus in Goslar geht in Flammen auf

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Foto: In Goslar brannte in der Nacht zum Donnerstag ein Mehrfamilienhaus. Ein 63-jähriger Mann wird seit dem Brand vermisst.

Goslar - In der Nacht zu Donnerstag ist in der Innenstadt von Goslar ein Mehrfamilienhaus in Flammen aufgegangen. Ein 63 Jahre alter Bewohner des Fachwerkhauses wird immer noch vermisst, wie die Polizei mitteilte. Bei den Evakuierungsmaßnahmen sei der Mann noch gesehen worden.

Die Feuerwehrleute, die in dem brennenden Haus mit Atemschutzgeräten nach dem Mann suchten, konnten ihn bisher nicht finden. Weil sich der Bewohner bislang nicht gemeldet hat, ist davon auszugehen, dass er in den Flammen ums Leben gekommen ist. Allerdings konnte auch noch keine Leiche gefunden werden, da sich die Löscharbeiten als schwierig und gefährlich für die Einsatzkräfte gestalteten. Noch am Donnerstagabend konnten Feuerwehrleute nicht alle Teile des Mehrfamilienhauses betreten, in dessen Erdgeschoss auch eine Bankfiliale untergebracht ist. Immer wieder erschwerten aufflammende Brandnester die Löscharbeiten.

Zumindest fünf der insgesamt sechs Bewohner des Hauses konnten sich aber rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie hätten das Haus in der Nacht zu Donnerstag über Balkone und das Dach verlassen müssen, weil der Weg durch das Treppenhaus nicht mehr möglich gewesen sei, sagte Feuerwehrsprecher Volker Junge. Bei der Flucht aus dem brennenden Haus verletzte sich ein 37-Jähriger leicht. Bewohner aus angrenzenden Häusern wurden in Sicherheit gebracht, sie konnten aber im Verlauf des Tages in ihre Wohnungen zurückkehren.

Das Feuer griff glücklicherweise nicht auf die Nachbargebäude über. Dies konnte die Feuerwehr auch deshalb verhindern, weil sie sehr schnell nach der ersten Alarmierung vor Ort war. „Weil gleich mehrere Notrufe eingingen, wussten wir, das ist etwas Größeres, und rückten gleich mit sehr vielen Helfern an“, erklärte Junge. Insgesamt waren 280 Einsatzkräfte, darunter 14 Feuerwehren aus den umliegenden Orten an den Löscharbeiten beteiligt.

Ein solch großes Aufgebot blieb in Goslar nicht lange unbemerkt. Obwohl sich alles zu nachtschlafender Zeit um 1 Uhr abspielte, kamen zahlreiche Schaulustige zu dem brennenden Haus in die kleine Gasse. Angelockt wurden sie sicherlich durch die lauten Sirenen der Fahrzeuge, aber auch über Einträge auf Facebook, wie eine Polizeisprecherin sagte. Weil die Zuschauer aber den Einsatz massiv behinderten, sperrte die Polizei die Straße ab. Am Donnerstagmittag gab es einen Schichtwechsel bei den Helfern, denn noch bis in die Nacht zu Freitag wurden die Löscharbeiten fortgesetzt.

Noch ist nicht geklärt, was die Ursache für das Feuer gewesen ist. Nur so viel: Zunächst geriet ein Torbogen des Hauses in Brand, dann breiteten sich die Flammen vom ersten Stock auf die anderen Stockwerke aus. Zum Teil brannten die Zwischendecken, was die Arbeit für die Einsatzkräfte sehr gefährlich machte. Den Schaden schätzt die Polizei auf mehr als 500 000 Euro.

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