Evangelische Landeskirche

Meister lobt Kurswechsel in Ausländerpolitik

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Landesbischof Ralf Meister am Freitag bei der Tagung des Kirchenparlaments in Hannover.

Hannover - Der humanere Kurs in der Ausländerpolitik des Landes stößt auf Zustimmung der evangelischen Landeskirche. Diese will auch selber mehr für Flüchtlinge tun.

Der von Rot-Grün in Niedersachsen vollzogene Kurswechsel hin zu einer humaneren Ausländerpolitik stößt auf große Zustimmung der evangelischen Landeskirche, die selber mehr für Flüchtlinge tun will. Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen sähen es mit Sympathie, dass von der Landesregierung entscheidende Impulse beispielsweise für die Aufnahme weiterer Syrienflüchtlinge ausgegangen seien, sagte Landesbischof Ralf Meister am Freitag bei der Tagung des Kirchenparlaments in Hannover. Außerdem habe sich die Arbeit der Härtefallkommission für abschiebebedrohte Flüchtlinge, in der die Kirche mitwirkt, erheblich verbessert.

Wie Niedersachsens Diakoniedirektor Christoph Künkel sagte, habe sich die Balance zwischen der nötigten Einhaltung geltenden Rechts und einem humanitären Einsatz für die Betroffenen in Niedersachsen verbessert. „Wir sind dankbar, dass die Kirche gehört wird.“ Ziel bleibe es, die Situation der Menschen zu verbessern. Die Kirche selber will ihre Flüchtlingshilfe finanziell aufstocken und das Netz an Beratungsstellen vor allem auf dem Land ausbauen. Auch die kirchliche Hilfe für Ausländer ohne Papiere müsse intensiviert werden, sagte Künkel. Dort wo es dem Land nicht gelinge, ausreichend Hilfe für Flüchtlinge zu organisieren, springe die Kirche in die Bresche. „Wir gehen davon aus, dass angesichts steigender Flüchtlingszahlen und einer wachsenden Problematik mehr Mittel abgefragt werden.“

Der Zustrom an Flüchtlingen führe auch zu einer Bereicherung des christlichen Lebens in Niedersachsen, sagte Künkel. Anders als häufig angenommen, sei die Mehrzahl nicht muslimischen sondern christlichen Glaubens, auch wenn es sich zumeist nicht um evangelische Christen handelt. „Es wird immer gesagt, die Kirche nehme ab, aber die religiöse Vielfalt nimmt zu.“ Die Erfahrung mit zugewanderten Russlanddeutschen habe gezeigt, dass es nur selten gelungen sei, diese in die evangelischen Gemeinden zu integrieren, sagte Bischof Meister. „Das ist eine Vervielfältigung der religiösen Lebenswelten.“

dpa

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