Prozess

Methadon-Arzt steht erneut vor Gericht

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Foto: Ein Arzt aus Uelzen, der wegen seiner Methode bei der Abgabe von Methadon in Frage steht, muss erneut vor Gericht.

Lüneburg - Wegen seiner eigenwilligen Methoden bei der Abgabe der Ersatzdroge Methadon muss sich ein Arzt aus Uelzen seit Dienstag erneut vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Der Bundesgerichtshof hob im vergangenen Februar ein Urteil des Landgerichts vom Februar 2011 auf.

Damals hatte die 2. Große Strafkammer als erstes deutsches Gericht die Grenzen zur Strafbarkeit abgesteckt und den Mediziner wegen unerlaubter Abgabe in 49 Fällen zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem sollte der heute 45-Jährige drei Jahre lang nicht als Substitutionsarzt arbeiten dürfen. Er hatte seinen Patienten Dosen des Betäubungsmittels für mehrere Tage mitgegeben. Auch Taxifahrer dienten dabei als Boten.

Hintergrund: Was ist Methadon?

Methadon dient als synthetischer Drogenersatz in der Suchttherapie. Der opiatähnliche Stoff unterdrückt die Entzugssymptome, macht aber ebenfalls süchtig. Anders als Heroin führt Methadon jedoch nicht zu rauschartigen Zuständen. Methadon lässt sich als Saft leicht trinken. Damit entfällt auch das Risiko, sich über Spritzen mit Aids oder Hepatitis zu infizieren. Es soll Abhängigen dabei helfen, aus der Beschaffungskriminalität herauszufinden und ein weitgehend normales Leben zu führen. Methadon wirkt ähnlich wie Morphium, gilt aber als noch stärkeres Schmerzmittel. Eine Überdosierung kann zum Tode führen.

dpa/mhu

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