Skeptischer Blick auf Onlinehandel

Meyer stellt neuen Verbraucherschutzplan vor

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Foto: Symbolbild

Hannover - Niedersachsens Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) sorgt sich um den wachsenden Handel mit Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder Kosmetikartikeln im Internet. Deshalb hat er jetzt einen neuen Verbraucherschutzplan vorgestellt.

„Manchmal werden auch Produkte verkauft, die bei uns illegal sind“, sagte Meyer am Freitag in Hannover bei der Vorlage des Verbraucherschutzberichtes für 2014. „Deswegen muss der Staat genauer hinschauen.“ Allerdings sei Ware, die vom Ausland aus angeboten werde, für die deutschen Behörden kaum zu kontrollieren. Eine Übersicht, wie viel der Anteil des Lebensmittelhandels im Internet jetzt schon ausmache, hat der Minister nicht.

Im vergangenen Jahr überprüften die Verbraucherschützer im Zuge eines gemeinsamen Projektes von zehn Bundesländern elf Internethändler in der Region Hannover. Die Händler boten Tiefkühlware, Nahrungsergänzungsmittel oder Tätowierfarbe an. Viele Internethändler wüssten gar nicht, dass sie sich bei den Behörden registrieren lassen müssten, heißt es in dem Bericht. Problematisch sei, dass per Internet gehandelte Artikel nicht von Rückrufen oder Schnellwarnungen erfasst werden könnten. Oft fehlten den Onlinehändlern auch die Kenntnisse im Lebensmittelrecht.

Wer braucht hier Schutz?

Wir wollen kein verdorbenes Fleisch essen oder dreckiges Wasser trinken. Damit niemand so etwas anbieten kann, werden Hersteller und Händler regelmäßig überprüft. Was diese Kontrollen ergeben haben, steht im Verbraucherschutzbericht. Die digitale Kinder-HAZ zur Einschulung finden Sie hier.

In Niedersachsen unterliegen mehr als 113.000 Betriebe der Überwachung des Verbraucherschutzes. Von diesen sind etwa die Hälfte Einzelhändler wie Marktstände oder Supermärkte, der Rest verteilt sich auf Gaststätten, Kantinen, Imbisse oder andere Dienstleistungsbetriebe. 50.000 Firmen sind im vergangenen Jahr von Kontrolleuren besucht worden. Bei 35 .790 Kontrollen wurden vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Verstöße festgestellt, in 57 Prozent der Fälle fielen Dienstleister durch Hygienemängel auf. Bei den Einzelhändlern dagegen traten häufiger Verstöße gegen die Kennzeichnung und Aufmachung auf.

„Das sind ärgerliche Werte, aber Werte auf einem niedrigen Niveau“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer. Ähnlich äußerte sich auch Eberhard Haunhorst, Präsident des Landesamtes für Verbraucherschutz. Zu den Auffälligkeiten gehörten etwa mangelnde Hygiene bei Eiswürfeln, Piercingringe mit zu hohen Schwermetallanteilen, die beim Hurricane-Festival in Scheeßel verkauft wurden, oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Futter. Verunreinigungen durch Bakterien, Viren und Schimmel waren der Grund für rund 20  Prozent der Beanstandungen.

„Aber von großen Skandalen sind wir im vergangenen Jahr verschont geblieben“, betonte Minister Meyer.

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