Unglück bei Hindu-Fest

Mindestens 89 Tote bei Massenpanik in Indien

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Bei einer Massenpanik in Zentralindien sind am Sonntag mindestens 89 Menschen, darunter 17 Kinder, gestorben.

Neu Delhi - Hunderttausende Gläubige versammeln sich zum Abschluss eines Hindu-Fests zum Gebet. Doch auf dem Weg zum Tempel kommt es zu einer Massenpanik. Für viele endet das Gedränge auf einer Brücke tödlich.

Mindestens 89 Menschen, darunter 17 Kinder, sind bei einem hinduistischen Fest in Indien zu Tode getrampelt worden. Mehr als 100 Gläubige seien bei der Massenpanik auf einer Brücke vor dem Ratangarh-Tempel in Zentralindien am Sonntag zudem verletzt worden, sagte der Polizeichef des Distrikts Datia, D.K. Arya.

Die Gläubigen gerieten demnach in Panik, als sich Gerüchte verbreiteten, die Brücke sei kurz davor, zusammenzustürzen. Allerdings hat laut Polizei zu keinem Zeitpunkt Einsturzgefahr der erst neulich errichteten Brücke bestanden. Während des Unglücks drängten sich demnach rund 25.000 Menschen auf der sieben Meter breiten Straße über den Fluss Sindh.

Derzeit wird in Teilen Indiens das hinduistische Fest Durga Puja gefeiert, währenddessen zahlreiche Gläubige zum Beten in Tempel gehen. Vor allem am letzten Tag des neuntägigen Festivals ist das Gedränge dort oft groß. Schätzungen zufolge strömten am Sonntag etwa 500 000 Menschen nach Ratangarh im Bundesstaat Madhya Pradesh.

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur IANS, die Polizei habe mit Bambusstöcken auf die Menschen eingeschlagen, um die Massen in Schach zu halten. Das habe die Panik noch verschlimmert. Die Polizei weist die Anschuldigungen zurück. Sechs Beamte seien außerdem verletzt worden, als entzürnte Angehörige sie mit Steinen angriffen.

Der Nachrichtensender NDTV berichtete, dass wahrscheinlich weitere Menschen ums Leben kamen, als sie von der Brücke sprangen. Auch könnte die Opferzahl laut den Behörden weiter steigen, da sich zehn Verletzte in Lebensgefahr befinden.

Im dicht besiedelten Indien kommt es immer wieder zu fatalen Massenpaniken während Festivals und an Pilgerorten. Am Rande des größten Hindu-Pilgerfestes Maha Kumbh Mela kamen im Februar in Allahabad 36 Menschen ums Leben. Im Jahr 2008 starben mehr als 220 Menschen vor dem Chamunda-Tempel bei Jodhpur.

dpa

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