Hildesheim

Missbrauch im Klinikum: Verdächtiger Pfleger schweigt weiter

Hildesheim - Er soll mindestens zwei Kinder im Klinikum Hildesheim betäubt und missbraucht haben: Bislang will sich der in Untersuchungshaft genommene verdächtige Krankenpfleger aber nicht zu den schweren Vorwürfen äußern. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Der 35-Jährige soll mindestens zwei betäubte junge Patientinnen sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben. Wer die Opfer sind, sei noch immer unklar, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, Christina Pannek. „Die Ermittlungen laufen aber auf Hochtouren“.

Der aus Hannover stammende Verdächtige, der seit 2005 auf der Kinderstation tätig war, war am Donnerstag in der Spätschicht festgenommen worden. Die Polizei fand bei ihm Filmmaterial, das ihn beim Missbrauch von zwei jungen Patientinnen zeigt, deren Gesichter verdeckt sind.Die Ermittler vermuten, dass der Mann noch weitere ähnliche Taten begangen und diese auch gefilmt haben könnte.

Bei Durchsuchungen waren zahlreiche Datenträger sichergestellt worden. Diese seien bisher aber nur zu einem kleinen Teil ausgewertet, sagte Pannek. Obwohl die Polizei eine neunköpfige Sonderermittlungsgruppe eingerichtet hat, werde die Sichtung noch einige Zeit dauern.

Die Klinik hatte am Freitag eine Hotline eingerichtet. Der erwartete Ansturm sei aber ausgeblieben, sagte Sprecher Ralf Giermann. Bislang hätten sich insgesamt nur sechs Eltern gemeldet, deren Kinder auf der betroffenen Station behandelt worden waren. Konkrete Hinweise darauf, dass diese Kinder geschädigt worden sind, gebe es nicht. Die Klinik stellt derzeit noch zusammen, zu welchen Zeiten der 35-jährige Pfleger seit 2005 gearbeitet hat und vor allem, wann er nachts alleine Dienst hatte.

dpa

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