Attentat in Hameln

Mörder von Landrat Butte litt an Demenz

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Der mutmaßliche Mörder von Hamelns Landrat Rüdiger Butte litt an Demenz.

Hameln - Der mutmaßliche Mörder von Hamelns Landrat Rüdiger Butte litt an Demenz. Zu diesem Schluss ist im Januar ein vom Amtsgericht Hameln bestellter Gutachter gekommen.

Hans B. leide an einem „ausgeprägten dementiellen Syndrom“, teilte der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie dem Richter mit. Der 74-jährige Rentner stand vor Gericht, weil er zuvor gegen drei Strafbefehle Einspruch eingelegt hatte. Es ging um den Vorwurf des Betruges, der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung und um zwei Körperverletzungsdelikte. Hans B. wurde freigesprochen, weil aufgrund seiner Erkrankung Zweifel an seiner Schuldfähigkeit bestanden.

Das Strafgericht habe seinerzeit das Betreuungsgericht informiert und angeregt, zu prüfen, ob der Rentner einen Betreuer benötigt, sagte der Direktor des Amtsgerichts Hameln, Herbert Seutemann, der „Deister-Weser-Zeitung“. Es sei um die mögliche Einleitung eines Betreuungsverfahrens gegangen. Hans B. erhielt zunächst Besuch von Mitarbeitern der Betreuungsstelle des Landkreises Hameln-Pyrmont. „Das Gespräch ist ruhig und normal verlaufen“, berichtet Seutemann. Demnächst hätte sich ein Richter im Haus des 74-Jährigen ein persönliches Bild von dem Mann und seinen Lebensumständen machen wollen. „Zu dieser Anhörung des Betreuungsgerichts ist es nicht mehr gekommen.“

Hans B. stand unter anderem vor Gericht, weil ihm vorgeworfen wurde, er habe einen Anwalt konsultiert, obwohl er wusste, dass er dessen Rechnung nicht bezahlen kann. Die 16-köpfige Mordkommission „Kreishaus“ hat nach Angaben ihres Leiters Axel Brünger erst am Dienstagvormittag von der Demenzerkrankung des Täters erfahren. „Die Krankheit mag für die Tat eine Rolle gespielt haben. Das Motiv wird letztendlich aber nicht zu ergründen sein.“

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