Raststätten und Autohöfe im ADAC-Test

Von Mondpreisen und Schmutzfinken

+
Foto: Gepflegt, familienfreundlich, sauber - der Rasthof Michendorf Nord schneidet im ADAC-Rastanlagentest 2013 sehr gut ab.

- Der ADAC hat je 20 Raststätten und Autohöfe getestet. Die Raststätten haben die Nase vorn - vor allem in Sachen Familienfreundlichkeit. Zwei Anlagen entpuppen sich dagegen als Dreckfalle.

Die ADAC-Liste

1.Börde Süd 2.Michendorf Nord 3.Lohfeldener Rüssel 4.Pentling Ost 5.Garbsen Nord 6.Lichtendorf Nord 7.Europa-Park-Rasthof 8.Renchtal West 9. Wunnenstein Ost 10. Plötzetal West 11. Schlüchtern 12. Porta Westfalica 13.Zweidorfer Holz Nord 14.Elztal Nord 15. Schweitenkirchen 16. Prignitz Ost 17.Ramstein 18.Hüttener Berge West 19.Neckarburg West 20.Thüringer Tor Süd 21.Sangerhausen 22.Huntetal West 23.Hochwald Ost 24.Niederdorf 25.Ohligser Heide West 26.Frankenhöhe Süd 27.Peine 28.Holdorf 29.Leuna 30.Salzbergen 31.Allgäuer Tor West 32.Parsberg 33.Hermsdorf 34.Gramschatzer Wald 35.Gau-Bickelheim 36.Schnaittach 37.Harburger Berge Ost 38.Am Hockenheimring West 39.Dasing40.Plötzin

Berlin. Die Raststätte Börde Süd an der Autobahn 2 nahe Magdeburg ist der Sieger im ADAC-Rastanlagentest 2013. Auf Platz zwei kommt der Rasthof Michendorf Nord am südlichen Berliner Autobahnring (A 10) nahe Potsdam. Beide wurden als „gepflegte, familienfreundliche Anlagen mit sauberen Sanitäranlagen“ gelobt.

Der ADAC hat dieses Jahr 40 deutsche Raststätten und Autohöfe getestet. Keine einzige Anlage bekam die Note „sehr gut“. Auch „sehr mangelhaft“ wurde nicht vergeben. Der Testverlierer liegt ebenfalls am Berliner Ring: Den Autohof Plötzin fanden die Tester „weder familien- noch behindertengerecht“, auch die Sicherheit auf dem Parkplatz lasse zu wünschen übrig. Er erhielt die Note "mangelhaft"

Insgesamt schneiden die Raststätten im ADAC-Test besser ab als die Autohöfe. Letztere liegen nicht an, sondern neben der Autobahn und waren bis vor wenigen Jahre noch hauptsächlich für Lkw-Kundschaft ausgelegt. Das wirkt bis heute nach: besonders in den Kategorien Familienfreundlichkeit und Verkehrssicherheit schneiden Autohöfe schlechter ab als Raststätten. Der ADAC lobt an Raststätten die „entspannte und familienfreundliche Atmosphäre“, kritisiert aber die hohen Preise.

Happige Preise an Raststätten

Die sind an den Sieger-Anlagen happig: In Michendorf kostet der einfache Cappuccino beim „Autogrill“ 3,49 Euro. Zum Vergleich: Bei der günstigsten Anlage, dem Autohof Schlüchtern an der A 66 in Hessen, zahlt man für Espresso plus Schaum nur 2,10 Euro. Ein stilles Mineralwasser kostet in Garbsen (A 2 bei Hannover) 2,49 Euro. Auf dem Autohof Salzbergen (A 30 nahe Osnabrück) kann der Reisende dagegen schon für 0,49 Euro seinen Durst löschen.

Die Sauberkeit in den Sanitäranlagen prüften die Tester gleich doppelt: Einmal nach Augenschein und einmal durch Laborproben. Was auf den ersten Blick sauber wirkte, entpuppte sich in der Analyse als Dreckfalle - wie beim Autohof Lohfeldener Rüssel (A 7 bei Kassel) oder der Raststätte Hüttener Berge West (A 7 nahe Schleswig).

Keime auf Autobahntoiletten

Keime auf Klobrillen und Wickelauflagen - weil die Sanitäreinrichtungen auf manchen Rastanlagen verschmutzt sind, haben Autofahrer besser immer Desinfektionsmittel dabei. Das legt ein aktueller ADAC-Test nahe, bei dem der Club insgesamt 40 Betriebe entlang wichtiger Reiserouten unter die Lupe nahm: Bei mehr als einem Viertel (elf Betriebe) kam er zu besorgniserregenden Testergebnissen. Bevor Eltern ihre Kleinkinder auf einer Autobahnrastanlage wickeln, sollten sie die Wickelunterlagen mit einem Desinfektionsspray behandeln, empfiehlt ADAC-Sprecherin Sabine Behr. Auch Klobrillen sollten vor der Toilettenbenutzung gereinigt werden.

"In den meisten Anlagen stehen Sprays zwar zur Nutzung zur Verfügung." Wer aber auf Nummer sicher gehen will, nehme entsprechende Mittel wie Sprays oder Desinfektionstücher mit auf Reisen. "Eltern sollten ihre Kinder davon abhalten, Klobrillen anzufassen - und generell gilt: immer gut die Hände waschen. Über die Hände übertragen sich die meisten Erreger."

Von Jan Sternberg

Kommentare