Nach BGH-Urteil

Mord an Küsterin kommt wieder vor Gericht

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Foto: Kerzen und eine kleine Gedenktafel erinnerten nach dem Mord in der Kirche an die Küsterin.

Leipzig - Nach dem Mord an einer Küsterin in Braunlage droht dem verurteilten Ehemann womöglich eine Verschärfung seiner Strafe. Der Bundesgerichtshof bestimmte, dass das Landesgericht Braunschweig noch über die besondere Schwere seiner Schuld verhandeln muss.

Sie wollte sich von ihm scheiden lassen, da drehte der Ehemann durch. Im Herbst 2012 erschoss ein zehnfacher Familienvater seine Frau in der Sakristei einer Braunlager Kirche, in der sie als Küsterin arbeitete.Das Landgericht Braunschweig hatte den 55-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt, jedoch nicht die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Leipzig urteilte nun am Mittwoch, dass das Landgericht in dieser Frage eine Entscheidung treffen muss. Es gebe Indizien, die für eine besondere Schwere der Schuld sprächen, begründete der BGH. Wird sie festgestellt, kann der Täter nicht bereits nach 15 Jahren freikommen.

Aus Sicht der Bundesrichter hat das Landgericht Braunschweig einige schwerwiegende Punkte nicht korrekt oder gar nicht bewertet. Dazu zähle unter anderem, dass er seine beiden Kinder in das Verstecken der Leiche verstrickte. Dass der Ehemann zum Tatzeitpunkt unter Bewährung stand - er war wegen der Misshandlung einer behinderten Tochter verurteilt worden - sei völlig vernachlässigt worden.

Den Antrag zur Feststellung der besonderen Schwere der Schuld hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig gestellt. Sie will verhindern, dass der rechtskräftig verurteilte Mörder bei guter Führung vorzeitig freikommt. Zweifel an der Schuld des Mannes bestehen nicht. Laut Ansicht der Braunschweiger Richter, die den 55-Jährigen verurteilten, erschoss er nach einen Gottesdienst seine damals 48-jährige Frau aus nächster Nähe. Anschließend zwang er den 20-jährigen Sohn und die zwölfjährige Tochter, ihm beim Fortschaffen der Leiche in den Kirchenkeller zu helfen. Später hatte er behauptet, der Sohn habe seine Mutter erschossen.

dpa/isc

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