Hameln

Mord an Landrat: Hat Polizei Fehler vertuscht?

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Der Landrat Rüdiger Butte war am 26. April im Kreishaus Hameln erschossen worden.

Hannover - Wollte die Polizei im Mordfall des Hamelner Landrates Rüdiger Butte Fehler vertuschen? Diesen Vorwurf weist die Staatsanwaltschaft Hannover entschieden zurück.

Nach einem Medienbericht hatten „LKA-Kreise“ von gravierenden Fehlern der Hamelner Polizei berichtet. „Das Landeskriminalamt war meines Wissens überhaupt nicht an den Ermittlungen beteiligt – bei den jüngsten Ermittlungen nicht und auch nicht in früheren Ermittlungen", sagt die hannoversche Staatsanwätlin Kathrin Söfker: ,„Es ist bei zwei Hausdurchsuchungen sehr gründlich nach der Waffe gesucht worden. Von Vertuschung polizeilicher Fehler kann überhaupt keine Rede sein. Wir halten die Vorwürfe für abstrus."

Söfker wies darauf hin, dass man das Haus des späteren Attentäters in Nienstedt im April 2009 „sehr gründlich" durchsucht habe – nach Hinweisen der früheren Lebensgefährtin von Hans B., er habe „eine silberne Pistole“. Doch diese habe man nicht gefunden. Bereits 1989 sei das Haus des Hans B. nach Waffen durchsucht worden. Im August 2010 hätten Polizei und Staatsanwaltschaft einvernehmlich entschieden, nicht noch eine weitere Hausdurchsuchung vorzunehmen, weil die Erfolgsaussichten gering seien. „Jetzt im Nachhinein zu behaupten, die Polizei habe schwere Fehler gemacht, ist nach unseren Erkenntnissen haltlos.“ Der spätere Attentäter hätte die Waffe wegen der er auch verurteilt worden sei, ,„ganz woanders" verstecken können.

Inzwischen hat auch das Landeskriminalamt Niedersachsen die Vorwürfe dementiert. LKA-Präsident Uwe Kolmey wies die Darstellung in einer Pressemitteilung zurück. Es habe keine Anfrage des Redakteurs beim LKA und dementsprechend auch keine Antwort des LKA gegeben. "Ich distanziere mich ausdrücklich von diesen angeblichen Zitaten. Das LKA Niedersachsen ist nicht die ermittlungsführende Polizeidienststelle und kann somit auch keine Angaben zum Sachverhalt und den Ermittlungen machen bzw diese bewerten", teilt Kolmey mit.

Einem Medienbericht zufolge hatte es aus LKA-Kreisen Vorwürfe gegen die Ermittler gegeben. Demnach habe die Polizei von gravierenen Fehlern ablenken wollen und den Medien einen "vollfunktionierenden, rational handelnden Täter präsentieren" wollen. Wie erst später bekannt wurde, litt Hans B. an Demenz.

Am Dienstag werden mehr als 1000 Menschen an der Trauerfeier für den Landrat Butte teilnehmen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht bei der Gedenkfeier im Hamelner Theater.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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