Frau auf Juist getötet

Mord schockt Urlaubsinsel

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Foto: Auf der Insel Juist war am Donnerstag eine Leiche am Strand gefunden worden.

Juist/Aurich - Urlauber werden im Hafen kontrolliert, die Mordkommission schwärmt aus: Der Mord an einer jungen Frau auf Juist hat Einheimische und Gäste geschockt. Seit 30 Jahren soll es kein schweres Verbechen auf Juist mehr gegeben haben – und nun eines zur Haupturlaubszeit.

Schock auf der Urlaubsinsel Juist: Eine junge Frau aus dem Harz ist dort in der Nacht zum Donnerstag getötet worden. Dringend verdächtigt wird ein 24-Jähriger aus dem Sauerland. Er hatte wie das Opfer als Saisonarbeiter gearbeitet, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und sollte noch am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Todesursache sowie die Hintergründe des Verbrechens sind noch unklar. Die Mordkommission sucht jetzt nach Wertsachen und Kleidungsstücken des Opfers.

„Das ist ein großer Schock für unsere kleine Insel“, sagte der stellvertetende Bürgermeister Thomas Vodde, „wir sind alle entsetzt“. Niemand habe dort mit einem derartigen Verbrechen gerechnet, erst recht nicht jetzt zur Ferienzeit. Seit 30 Jahren habe es kein schweres Verbrechen mehr auf der Insel gegeben.

Auf dem 17 Kilometer langen Eiland leben 1700 Einwohner, jedes Jahr kommen mehr als 100.000 Gäste. Die Inselverwaltung wollte nun beraten, ob es nach dem Verbrechen spezielle Informationsveranstaltungen geben sollte. „Auf einer derart kleinen Insel können sich schnell falsche Gerüchte und Verdächtigungen verbreiten, das sorgt für Verunsicherung“, sagte Vodde.

Ein Urlauber hatte am Donnerstagvormittag die Tote am Strand entdeckt. Die Polizei sperrte das Gebiet zur Spurensicherung weiträumig ab und brachte die Leiche mit einem Hubschrauber zur gerichtsmedizinischen Untersuchung. Ein Ergebnis wird vor dem Wochenende nicht mehr erwartet.

Wegen der unklaren Lage hatte die Polizei am Donnerstag mehr als 900 Passagiere der Fähren von Juist zum Festland kontrolliert. Zudem wurden auch der Schiffsverkehr nach Greetsiel und die Fluggäste überprüft. Außerdem nahm die Wasserschutzpolizei Kontakt mit Privatschiffen auf der Nordsee auf, um die Personalien der Besatzungsmitglieder festzustellen.

dpa

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