Fall aus dem Jahr 1981

Mordfall Frederike: Walldraff verteidigt Angeklagten

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Foto:Rechtsanwalt Matthias Waldraff vertritt jetzt den mutmaßlichen, aber frei gesprochenen Mörder der damals 17-jährigen Frederike.

Hannover - Der spektakuläre Fall der Ermordung der damals 17 Jahre alten Frederike aus Hambühren bei Celle im November 1981 hat erneut eine überraschende Wendung erhalten. Der bekannte hannoversche Rechtsanwalt Matthias Waldraff vertritt jetzt den mutmaßlichen, aber frei gesprochenen Mörder des jungen Mädchens.

„Wir werden zu der von dem Vater des Mädchens angestrebten Zivilklage fristgerecht Stellung nehmen“, sagt der Jurist. Der Kurde Ismet H. war nach der Tat in den Fokus der Ermittler gerückt. Die Polizei verdächtigte ihn, das Mädchen vergewaltigt und anschließend erstochen zu haben. H. wurde in erster Instanz zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt und legte Revision ein.

In einer zweiten Verhandlung wurde Ismet H. schließlich frei gesprochen. „Dieser Freispruch ist nach wie vor rechtskräftig und gilt bis heute“, sagt Waldraff.

Im Jahr 2012 werteten Ermittler DNA-Spuren zu dem Fall aus und gelangten zu der Überzeugung, dass der Kurde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit doch der Mörder des Mädchens ist. Doch H. kann nicht noch einmal für die gleiche Tat strafrechtlich belangt werden.Deshalb versuchen der Vater der 17-Jährigen und dessen Anwalt derzeit, per Zivilklage gegen Ismet H. den Fall wieder ins Rollen zu bringen.

Als ersten Schritt hat Rechtsanwalt Matthias Waldraff seinen neuen Mandanten an einem sicheren Ort einquartiert. „Das Medieninteresse war einfach zu groß. Mein Mandant und seine Familie wurden auf Schritt und Tritt bedrängt“, sagt der Jurist.

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