Tierschutz

Moschusenten müssen draußen bleiben

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Foto: Agrarminister Gert Lindemann will die Masthaltung von Moschusenten verbieten lassen.

Hannover - Das Land will die intensive Haltung von Moschusenten verbieten. Als Grund dafür nannte Agrarminister Gert Lindemann am Mittwoch „Eigenarten der Tiere, die tierschutzrechtliche Probleme bereiten“.

Es sei keine Lösung in Sicht, wie sich diese beseitigen ließen. Daher bliebe als einzige Schlussfolgerung, dass die Vögel nicht mehr in großer Zahl auf engstem Raum eingepfercht werden dürfen. Das Verbot wäre eine Premiere: Noch nie wurde aus Gründen des Tierschutzes ein solches generelles Haltungsverbot für eine bestimmte Tierart verhängt.

Lindemann zieht damit erste Konsequenzen aus dem vor einem Jahr verabredeten Tierschutzplan. In dessen Rahmen wird die intensive Haltung auf ihre Vereinbarkeit mit dem Tierschutz überprüft. Die Untersuchungen haben nun ergeben, dass Moschusenten für große Ställe nicht geeignet sind. Konkrete Probleme entstehen nach Ministeriumsangaben unter anderem dadurch, dass sie viel Wasser für die Gefiederpflege benötigen. Das hat zur Folge, dass Küken in Tauchbecken ertrinken können und die Feuchtigkeit in den Ställen zu Fußinfektionen führt.

Moschusenten tragen außerdem einen Dorn am Schnabel, mit dem sich die Tiere gegenseitig verletzen. Das nötige Beschneiden ist schmerzhaft und daher ein Verstoß gegen den Tierschutz. Schließlich gibt es Verletzungsprobleme beim Transport.

Das konsequente Haltungsverbot ist wohl nur deshalb möglich, weil es relativ wenige Betriebe in Niedersachsen trifft. Nach Angaben des Ministers werden von 18 bis 20 Haltern im Jahr 450.000 Moschusenten zur Schlachtreife gebracht. Heute will sich der CDU-Politiker mit den betroffenen Landwirten treffen, um die Konsequenzen aus dem geplanten Verbot zu diskutieren. Dabei geht es nur noch um die Frage, welche Alternativen sie haben.

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