„Ozapft is“

Münchner Oktoberfest ist eröffnet

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Münchens Oberbürgermeister Christian Ude zapfte beim Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese das erste Fass Bier an.

München - Regen, Windböen - und trotzdem gute Stimmung: In München hat das Oktoberfest begonnen. Oberbürgermeister Christian Ude eröffnete am Samstag das größte Volksfest der Welt. Unter dem Jubel tausender Gäste zapfte er das erste Fass Bier an.

Bei strömendem Regen hat in München das Oktoberfest begonnen. Mit dem traditionellen Ruf „Ozapft is“ eröffnete der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Samstag das größte Volksfest der Welt. Während Böllerschüsse über die Theresienwiese dröhnten, reichte er Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die erste frisch gezapfte Maß, um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustoßen. Zuvor hatte Seehofer im Südteil des Festgeländes das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) eröffnet. Die Schau der Bauern findet alle vier Jahre in der ersten Wiesnwoche statt.

Erneut brauchte Ude nur zwei Schläge, um den Zapfhahn in das Spundloch zu treiben - er war 2005 der erste OB, der das seit 1950 schaffte. Die Zahl der Schläge ist für einen Münchner OB durchaus ein wichtiges Imagemerkmal. Es ist Udes 20. und vorletzte Wiesn als Oberbürgermeister. Er will 2013 bei der Landtagswahl gegen Seehofer antreten. 2014 wird in München eine neuer Oberbürgermeister gewählt, Ude kann dann aus Altersgründen nicht mehr antreten. Ihn will der neue Wiesn-Chef Dieter Reiter beerben, der derzeit Wirtschaftsreferent ist.

Schon vor der offiziellen Eröffnung waren die Bierzelte prall gefüllt. Seit dem frühen Morgen strömten die ersten Münchner bei kühlem Regenwetter zum Festgelände, die meisten festlich herausgeputzt in Dirndl oder Lederhose. Weil das Bier erst ab zwölf Uhr floss, deckten sich viele Besucher in den Läden und Buden rund um die Theresienwiese ein.

Während die Menschen draußen mit Regenschirmen und Mänteln Sturmböen und Regengüssen trotzten, ließen sich die Gäste im traditionellen Anzapfzelt Schottenhamel die Stimmung nicht verderben. Ein „Prosit der Gemütlichkeit“ schallte aus tausenden Kehlen durch das Zelt, das dem Regen teilweise nicht mehr ganz standhielt: In der Ratsboxe spannten Besucher Schirme auf, um sich vor den Tropfen zu schützen, die durch das Dach fielen.

Die Volksmusikszene war mit Florian Silbereisen, Heino und Hannelore sowie Ralph und Kriemhild Siegel vertreten, zu den politischen Stammgästen beim Anzapfen zählen seit Jahren Claudia Roth (Grüne) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

Zwar war bei grauem Schmuddelwetter der Andrang am ersten Wiesntag nicht ganz so groß wie sonst. Die wahren Fans ließen sich jedoch nicht abschrecken. Schon in der Morgendämmerung gegen 6.00 Uhr bildeten sich vor den Bierzelten Trauben von Menschen in Dirndl und Lederhosen, geduldig warten sie stundenlang auf den Einlass. Das Warten und das massive Gedränge brachte einige junge Besucherinnen an die Grenzen ihrer nervlichen Kraft, manche war den Tränen nahe, als sie endlich ins Zelt durften.

Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt werden bis zum 7. Oktober auf der Wiesn erwartet. Allein zum ZLF sollen gut 400 000 Besucher kommen. Die Schau der Bauern sei ein Brückenschlag zwischen Stadt und dem Land, hat Ude mehrfach gesagt.

Im vergangenen Jahr kamen rund 6,9 Millionen Menschen zum Oktoberfest, sie tranken 7,5 Millionen Maß Bier und verspeisten eine halbe Million Brathendl plus 70 000 Schweinshaxen und 200 Ochsen und Kälber.

dpa

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