Hunde in der Stadt

Wir müssen leider draußen bleiben

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Foto: Schön Platz machen: Nur so können Halter mit ihrem Hund im Café sitzen, ohne unangenehm aufzufallen.

Bon - Noch schnell in den Supermarkt, ins Café oder in den Buchladen: Wer viel mit dem Hund unterwegs ist, hat ein Problem. Nicht überall darf das Tier hinein. Und dort, wo der Vierbeiner erlaubt ist, muss er sich von seiner besten Seite zeigen.

Über Waldwege toben, an Baumstämmen schnüffeln: Hunde lieben Bewegung an der frischen Luft. Lange Spaziergänge durch die City bedeuten für Vierbeiner dagegen oft Stress - zu hektisch, zu laut und immer an der Leine. Damit der Stadtbummel für den Hund nicht zur Tortur wird, sollten Besitzer die Bedürfnisse ihres Tieres nicht aus den Augen verlieren. Vor allem Hunde, die laute Stadtgeräusche und große Menschenmengen nicht gewohnt sind, müssen langsam an die neue Situation gewöhnt werden, rät Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund.

Die ersten Ausflüge sollten deshalb nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Am besten sind sie eine Ergänzung zu ausgedehnten Spaziergängen in der Natur. "Hunde sind Lauftiere mit einem großen Bewegungsdrang. Den können sie in der Fußgängerzone nicht ausleben", sagt Tünte. In der Stadt müsse ein Hund immer an der Leine geführt werden, am besten sogar ein Geschirr tragen, rät Tünte. Wird es dunkel oder ist das Wetter trübe, sollten Halter auch darauf reagieren. "Je nach Tageszeit und Witterung dürfen Reflektoren nicht fehlen, damit das Tier für Autofahrer gut zu sehen ist."

Was beim Restaurant-Besuch wichtig ist

Wichtig außerdem: ein Maulkorb für Hunde, bei denen es Vorschrift ist, und das ein oder andere Leckerli. Trotzdem eignet sich nicht jeder Hund für einen Bummel durch belebte Straßen. So sei eine gute Erziehung die Voraussetzung für spätere Ausflüge, sagt Astrid Behr vom Bund Praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main. Vor allem dort, wo viele Menschen unterwegs sind und der Hund durch jede Menge Eindrücke abgelenkt werden kann, muss der Hund gut an der Leine gehen. "Davon profitiert am Ende auch der Besitzer. Denn wer will schon von seinem Vierbeiner über die Straße gezerrt werden?", sagt Behr. Zusätzlich sollte der Hund die üblichen Kommandos wie "Sitz", "Platz" und "Bleib" beherrschen. Nur so können Besitzer dafür Sorge tragen, dass ihr Tier weder andere Hunde noch Menschen anspringt.

Doch was wird mit dem Hund, wenn Frauchen oder Herrchen mal eben schnell etwas einkaufen will? Das Tier vor dem Laden anzuleinen, hält Udo Kopernik vom Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) in Dortmund für keine gute Idee. "Es gibt immer wieder Menschen, die Hunden nicht gerade wohlgesonnen sind. Die kommen dann vielleicht auf die dumme Idee, das Tier von der Leine zu lassen oder, noch schlimmer, klauen es und setzen es irgendwo wieder aus." Sein Rat: "Wer schon vorher weiß, dass er auch in ein Geschäft gehen will, sollte eine zweite Person mitnehmen." Die könne mit dem Hund in der Zwischenzeit eine Runde drehen. Den Vierbeiner vor dem Geschäft warten zu lassen, ist laut Behr nur akzeptabel, wenn der Besitzer seinen Hund durch das Ladenfenster sehen kann. Dabei sollte das Tier kein Problem damit haben, von Passanten angesprochen oder sogar gestreichelt zu werden.

Stundenlang im Auto zu sitzen, sei für den Vierbeiner dagegen gar keine Alternative, sagt Behr. Problem Nummer eins: Im Auto kann es schnell zu warm werden. "Sobald die Sonne rauskommt, heizt sich die Luft im Auto auf - sogar, wenn es draußen noch kühl ist", warnt die Tiermedizinerin. Ein Hund sei im Gegensatz zum Menschen nicht in der Lage, seine Körpertemperatur über die Schweißverdunstung zu regeln. Darum werde die Temperatur im Auto für das Tier schnell lebensgefährlich. Problem Nummer zwei: Die Zeit vergeht schneller, als man denkt. Auch wenn der Besitzer plant, nur fix für 30 Minuten in den Baumarkt zu gehen - am Ende werden aus einer halben Stunde schnell mal ein bis zwei. "Einen Hund so lange allein im Auto sitzen zu lassen, ist schon aufgrund der Hitzegefahr verantwortungslos", sagt Behr.

Was in Geschäften meistens verboten ist, wird in immer mehr Lokalen erlaubt: Hunde haben Zutritt. Wer seinen Vierbeiner mit ins Restaurant nehmen will, muss trotzdem einiges beachten. "Hundehalter sollten sich einen ruhigen Platz suchen, am besten irgendwo am Rand. Hier ist der Hund keinem im Weg und kann sich auch mal ausstrecken", erklärt Tünte. Damit das Tier im Lokal keine Unruhe verbreitet, sollte er das Kommando "Platz" beherrschen. "Denn nichts ist für die anderen Gäste lästiger als ein fremder Hund, der ihnen um die Beine streicht und sie anbettelt", sagt Kopernik.

Damit der Hund gar nicht erst auf die Idee kommt, durch den Raum zu wandeln, rät Marius Tünte Besitzern, ihrem Tier etwas zum Spielen mitzunehmen - zum Beispiel einen Kauknochen aus Gummi. Darauf könne der Hund geräuschlos herumbeißen. Geruchsintensive Leckerlis, die beim Zerkauen Krach machen, sind für einen Lokalbesuch nicht geeignet. Prinzipiell sollten Hundehalter bei längeren Spaziergängen immer einen kleinen Napf dabei haben, um dem Hund zwischendurch etwas Wasser geben zu können. "Gerade im Sommer ist das ein unverzichtbares Utensil", sagt Tünte.

dpa

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