Bremen

Mutmaßlicher Parkhaus-Mörder stellt sich

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Der mutmaßliche Parkhaus-Mörder von Bremen hat sich am Dienstag der Polizei gestellt.

Bremen - Der mutmaßliche Parkhaus-Mörder hat sich gestellt. Die tödlichen Schüsse auf einen Kaffeefahrtenveranstalter werfen jedoch noch Fragen auf. Woher kannten sich Täter und Opfer? Und was war das Motiv?

Eineinhalb Wochen nach dem Mord in einem Bremer Parkhaus hat sich der mutmaßliche Todesschütze der Polizei gestellt. Die Ermittler konnten den 20-Jährigen am Dienstagmittag am Flughafen festnehmen. Er war nach der Tat in die Türkei geflüchtet und mit der Absicht zurückgekehrt, sich zu stellen. „Er wird jetzt vernommen“, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Frank Passade. Das Motiv sei nach wie vor unklar. Am Mittwoch soll der junge Mann einem Haftrichter vorgeführt werden.

Der 20 Jahre alte Türke soll am 1. September einen Veranstalter von Kaffeefahrten in dem Parkhaus in der Innenstadt niedergeschossen haben. Der 46-Jährige starb kurz darauf im Krankenhaus. Täter und Opfer sollen sich gekannt haben. In welcher Beziehung sie zueinanderstanden, wollten die Ermittler bisher nicht sagen. Der Verdächtige war ihren Angaben nach direkt nach der Tat nach Hannover geflüchtet, wo er am nächsten Morgen ein Flugzeug nach Istanbul bestieg.

Die Fahnder standen seither im Kontakt mit der Familie des mutmaßlichen Schützen und erhielten so die Information, wann er am Bremer Flughafen eintreffen würde. Der 20-Jährige war erst Anfang des Jahres von Bremerhaven nach Bremen gezogen und hatte als Putzkraft gearbeitet. Bei der Polizei ist er in einem Fall wegen leichter Körperverletzung aufgefallen, hat sich sonst aber nichts zuschulden kommen lassen.

Mit Bildern aus den Überwachungskameras am Parkhaus hatten die Ermittler bundesweit nach dem Verdächtigen gesucht. Mehrere Zeugen, die ihn näher kannten, hatten schließlich den entscheidenden Hinweis gebracht. Auch die Tatwaffe und die Kleidung, die der Täter den Videoaufnahmen zufolge getragen hatte, wurden sichergestellt. Das Verbrechen gilt als aufgeklärt, teilte die Polizei nur eine Stunde nach der Festnahme des 20-Jährigen mit.

Ob der junge Mann die Tat gestanden hat oder sie bestreitet, konnte Passade jedoch noch nicht sagen. „Dafür ist es noch viel zu früh.“ Der Reiseveranstalter hatte Bargeld in vierstelliger Höhe und teure Einkäufe bei sich. Trotzdem haben die Ermittler ausgeschlossen, dass der Schütze sein Opfer ausrauben wollten. Auch einen Auftragsmord halten sie für unwahrscheinlich.

dpa

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