Urteil am Landgericht Göttingen

Mutter den Kopf abgetrennt - Mann kommt in Psychiatrie

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Am Mittwoch hat das Landgericht Göttingen einen Mann aus Göttingen für schuldunfähig erklärt.

Göttingen - Weil er seine Mutter getötet und ihr den Kopf abgeschnitten hat, kommt ein Mann aus Göttingen dauerhaft in die Psychiatrie. Der 28-Jährige sei schuldunfähig, urteilte das Landgericht Göttingen am Mittwoch.

Der Mann sei wegen seiner Schuldunfähigkeit strafrechtlich nicht zur Verantwortung zu ziehen und freizusprechen. Von ihm gehe aber eine Gefahr für die Allgemeinheit aus. Darum müsse er untergebracht und therapiert werden. Der Prozess hatte wegen der schweren psychischen Erkrankung des 28-Jährigen und zum Schutz der Familie weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

In seinem öffentlich verkündeten Urteil folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Der unter Schizophrenie leidende Angeklagte hat nach Überzeugung der Richter im November 2014 in der gemeinsamen Wohnung in Göttingen mit einem 37 Zentimeter langen Fleischermesser sechsmal mit großer Kraft auf seine Mutter eingestochen und ihr tödliche Verletzungen zugefügt.

Noch während der Sterbephase trennte er den Kopf vom Rumpf der Frau. Dann tötete er auch den Hund der Familie. Über eine vergleichbare Tat habe das Schwurgericht noch nie zu verhandeln gehabt, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Man könne sie nicht mit normalen Maßstäben messen. Der Angeklagte, der sich an Details der Tat nicht erinnern könne, habe ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter gehabt. Möglicherweise habe eine Rolle gespielt, dass er zur Tatzeit seine Medikamente gegen die Schizophrenie nicht regelmäßig genommen habe.

dpa

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