67-jähriger Wolfsburger vor Gericht

Mutter im Wald vergraben und Rente kassiert

Wolfsburg - Mehr als anderthalb Jahre lang hat ein 67 Jahre alter Mann aus Wolfsburg nach dem Tod seiner Mutter ihre Rente und das Pflegegeld weiter kassiert. Um ihren natürlichen Tod zu vertuschen, vergrub er die 87 Jahre alte Frau in einem Wald bei Lehre im Landkreis Helmstedt.

Dies teilte ein Polizeisprecher am Freitag mit. Nun muss sich der 67-Jährige wegen Betrugs verantworten. Verdächtigt wurde der Mann bereits im Mai. Es war aufgefallen, dass für die pflegebedürftige Mutter keine Medikamente mehr benötigt wurden. Den deswegen ermittelnden Beamten erzählte der Rentner, seine Mutter sei mit ihm nicht näher bekannten Menschen nach Spanien gereist. Seitdem habe er keine Verbindung mehr zu ihr.

Weil den Beamten das offensichtlich spanisch vorkam, ermittelten sie nach Angaben des Sprechers weiter. Dabei kam heraus, dass Mutter und Sohn seit mehr als 15 Jahren in einer gemeinsamen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus lebten und er sie in ihren letzten beiden Lebensjahren pflegte.

Der 67-Jährige habe schließlich den Tod seiner Mutter eingeräumt. Um die für seinen Lebensunterhalt benötigte Rente und Pflegegeld weiterhin zu bekommen, habe er sie selbst bestattet. Eine Obduktion der 89-Jährigen am Donnerstagnachmittag ergab keine Anhaltspunkte für eine äußere Gewalteinwirkung und ein mögliches Kapitalverbrechen. Die Frau starb eines natürlichen Todes. Somit müsse sich der 67-Jährige weiterhin wegen Betruges strafrechtlich verantworten, teilte der Polizeisprecher mit.

dpa

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