Bahnpanne

Nach Bremen geht es nur per Bus

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Foto: Die verbogene Weiche ist deutlich erkennbar: Der am Sonntag in Oldenburg entgleiste Zug der Nordwestbahn steht noch immer quer auf den Gleisen.

Oldenburg - Einen Tag war Oldenburg vom Bahnverkehr abgehängt. Am Sonntagvormittag war ein leerer Zug bei Rangierarbeiten am Bahnhof aus dem Gleis gesprungen. Pendler und Fernreisende mussten Busse benutzen.

Viele Pendler mussten sich am Montagmorgen am Oldenburger Bahnhof in Geduld üben. Wer mit dem Zug nach Osnabrück, Wüsting oder Bremen fahren wollte, sah sich stattdessen zu einer Busfahrt gezwungen. Die Oldenburger Nordwestbahn hatte den Ersatzverkehr eingerichtet, weil am Sonntagvormittag ein leerer Zug bei Rangierarbeiten aus noch ungeklärten Gründen entgleist war und dabei einen Oberleitungsmast abgerissen hatte. Erst am Montagmittag konnten zumindest zwei Gleise für Dieselzüge wieder freigegeben werden. Im Stundentakt ging es für Reisende dann wenigstens in Richtung Süden. Die Oberleitung für elektrisch betriebene Züge blieb jedoch weiterhin stillgelegt.

Die Fernverkehrszüge in Richtung Emden endeten bereits in Delmenhorst. Die Züge der Nordwestbahn aus Richtung Bremen fuhren nur noch bis Wüsting. Die Nordwestbahnen aus Richtung Osnabrück wurden in Sandkrug gestoppt. „Es ist natürlich sehr voll gewesen“, sagte Katrin Hofmann, Sprecherin der Nordwestbahn, über die morgendliche Situation am Oldenburger Bahnhof. Die Beförderung der Pendler mit Bussen habe aber einwandfrei funktioniert. Viele Menschen hätten bereits Bescheid gewusst. Problematisch wurde es hingegen für den einen oder anderen Fernreisenden, der „nichts von dem Unfall gewusst“ habe, so die Sprecherin weiter. Einem Holländer beispielsweise erklärte Hofmann am Bahnsteig gleich selbst den Weg zum Bus.

Die Bergungsarbeiten kamen derweil nur schleppend voran. Der Schwenkradius des bereits am Sonntag eingetroffenen 150-Tonnen-Krans erwies sich als zu groß, um den Unglückszug zwischen den elektrischen Oberleitungen herauszuheben. „Wir haben deshalb zwei kleinere Spezialkräne aus Fulda angefordert“, sagte Heiner Pahlmann von der Bundespolizei am Montagmittag. Die Maschinen wurden für den frühen Abend in Oldenburg erwartet.

Mit der Bergung des Zuges ist es allerdings nicht getan. Ein weiteres Problem ist der umgerissene Oberleitungsmast. Er wurde durch den Aufprall des Zuges derart beschädigt, dass er komplett entfernt werden musste. Bevor jedoch ein neuer Mast aufgestellt werden kann, muss das Expertenteam der Deutschen Bahn zunächst ein neues Betonfundament legen. Auch die Weiche hat einen Schaden davon getragen und muss ausgetauscht werden.

Laut der Deutschen Bahn müssen Bahnreisende noch bis Dienstagmorgen mit Verkehrsbehinderungen rechnen. Mit welcher Summe die Reparaturkosten zu Buche schlagen werden, blieb aber weiterhin unklar.

Spezialisten von Bundespolizei und Eisenbahnbundesamt ermitteln jetzt, wie genau sich der Unfall in der Einfahrtschneise des Bahnhofs zugetragen hat. Laut einem Sprecher der privaten Nordwestbahn kommen verschiedene Ursachen infrage, unter anderem auch ein Bedienfehler. Das seien aber nur Spekulationen. Klar sei bisher nur, dass der Zug beim Rangieren aus der Weiche gesprungen sei.

Für den Lokführer, der unbeschadet davon kam, war der Unfall dennoch ein großer Schock. „Es ist sicherlich schlimm, wenn man merkt, dass man plötzlich nichts mehr tun kann“, sagte Hofmann.

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