Brutaler Einsatz auf Poolparty

Nach Kritik: US-Polizist quittiert den Dienst

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Screenshot aus dem Video von Brandon Brooks: Der Jugendliche filmte den Polizeieinsatz in McKinney.

McKinney - Ein Mädchen drückte er brutal zu Boden, zwei Jungen bedrohte er mit der Pistole: Ein US-Polizist war dafür scharf kritisiert worden. Nun hat er den Dienst quittiert.

Nach der Empörung über den brutalen Polizeieinsatz gegen schwarze Jugendliche bei einer Poolparty im US-Bundesstaat Texas hat der kritisierte Beamte seinen Dienst quittiert. Der Polizist Eric C. ziehe die Konsequenzen aus seinem "nicht zu rechtfertigenden" Verhalten, sagte der Polizeichef von McKinney im Bundesstaat Texas, Greg Conley, am Dienstag (Ortszeit). Ob C. auch strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten hat, stand noch nicht fest.

Auf YouTube war ein Video von dem Polizeieinsatz in McKinney, rund 50 Kilometer nördlich von Dallas, veröffentlicht worden. Die bereits mehr als zehn Millionen Mal abgerufenen Aufnahmen zeigen chaotische Szenen bei der Feier vom Freitagabend. Zu sehen ist ein weißer Beamter, der die Jugendlichen wüst beschimpft und sie auffordert, sich auf den Boden zu legen.

Zwei Jungen drohte er mit der Waffe

Später wirft er ein schwarzes Mädchen im Bikini mit dem Gesicht nach unten zu Boden und zieht es ein Stück umher. Der Beamte kniet sich anschließend auf den Rücken des Mädchens, dem Handschellen angelegt werden. Gegen zwei schwarze Jungen, die der Jugendlichen offenbar helfen wollen, erhebt der Polizist seine Waffe. Im Hintergrund rennen Jugendliche umher, um vor den Beamten zu fliehen.

Polizeichef Conley sagte laut einer offiziellen Mitteilungbei einer Pressekonferenz am Dienstag, der Polizist sei bei seinem Einsatz "außer Kontrolle" geraten. "Unsere Regeln, unsere Ausbildung, unsere Praxis unterstützen solch ein Verhalten nicht", hob Conley hervor. Die anderen elf Beamten vor Ort hätten sich hingegen korrekt verhalten. "Wir sind bei unserer Arbeit an hohe Standards gebunden."Der Polizist war am Wochenende bereits suspendiert worden.

Bürgermeister sorgt sich um den Ruf der Gemeinde

Der Bürgermeister von McKinney, Brian Loughmiller, bemühte sich bei der Pressekonferenz mit Conley um Schadensbegrenzung, nachdem sich das Video von dem Vorfall rasch verbreitet hatte. "Das Handeln einer Person steht nicht für unsere Gemeinde als Ganzes", sagte Loughmiller.

Die Polizei war nach Klagen über Lärmbelästigung und miteinander kämpfende Jugendliche zu dem Schwimmbad einer geschlossenen Wohnanlage gerufen worden. Der Jugendliche, der das Video mit seinem Handy aufgenommen hatte, warf den Polizisten Rassismus vor. Der 15-jährige Brandon Brooks, der weiß ist, sagte dem Nachrichtensender CNN am Mittwoch, dass die Beamten seine afroamerikanischen Freunde viel härter behandelt hätten als die weißen

Zeuge: Nur Schwarze mussten sich hinlegen

"Während ich dort gestanden und gefilmt habe, mussten sich alle meine schwarzen Freunde auf den Boden legen und dort bleiben, obwohl sie nichts getan haben", sagte Brooks. "Sie waren unbeteiligte Dritte." Ihn selbst hätten die Polizisten nicht behelligt.

In den vergangenen Monaten hatten oft tödliche Einsätze der US-Polizei gegen Schwarze immer wieder Zorn in der Bevölkerung hervorgerufen. Vielerorts gab es Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt.

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