Champions League Finale

Nach dem Tor ist vor der Toilette

+
Foto: Spannung bis zum Schluss. Erst nach dem Tor von Arjen Robben gibt es kein Halten mehr - in doppelter Hinsicht.

München - Der etwas andere Rückblick auf das Champions League Finale: Wenn den Münchenern während des Spiels der Atem stockte, dann standen auch die Toillettenspülungen still. Der Wasserverbrauch zeigt, wann Szenen im Spiel entscheidend waren.

"Frust in München" – das scheint nach dem Sieg des FC Bayern München im Champions League Finale gegen Borussia Dortmund ein Fremdwort zu sein. War es aber nicht, als der Ausgleich am Sonnabend per Elfmeter fiel. Unmittelbar nach dem Pfiff in der 67. Minute, also kurz nach 22 Uhr, ging in München 5000 Mal die Klospülung. "Frust in München", nennen die Stadtwerke München diese Reaktion. Der kommunale Versorger hat die Statistik über den Wasserverbrauch der Münchner während des Spiels auf Facebook veröffentlicht. Es scheint, als gebe es einen konträren Zusammenhang zwischen Spannung und Toilettennutzung.

Immer wenn Arjen Robben allein vor Weidenfeller auftauchte, geriet der Wasserverbrauch in München ins Stocken. Zur Erinnerung, das war allein in der ersten Halbzeit dreimal der Fall. Erst in der Pause kam es zum Druckanstieg in der Leitung. 5000 Liter pro Sekunde rauschten durch die Rohre. Außerdem stieg nach jedem Tor der Wasserverbrauch deutlich an. Am niedrigsten war der Verbrauch in der Schlussphase, als ausgerechnet Robben mit seinem Treffer zum 2:1 in letzter Minute das Finale für Bayern München entschied. Aber danach gab es kein Halten mehr.

"Wer die Waschmaschine nebenher laufen lässt, versaut die Statistik", schreibt ein User auf Facebook. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf, denn wofür das Wasser genau verwendet wurde, können auch die Stadtwerke nicht bestimmen, wie ein Pressesprecher erklärt. Aber wer spült schon sein Geschirr oder gießt Blumen, wenn das Spiel des Jahres läuft?

Von Matthias Pöls

Kommentare