Tragisches Unglück in Leer

Nach dem Weihnachtsmarkt ertrunken

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Foto: Der seit mehreren Wochen vermisste 20-Jährige aus dem Emsland ist im Hafenbecken in Leer ertrunken.

Leer - Der seit Dezember vermisste Christof H. aus dem Emsland ist im Hafenbecken in Leer ertrunken. Die Polizei schließt ein Verbrechen aus.

Verwandte und Freunde von Christof H. haben jetzt Gewissheit. Der seit Wochen vermisste 20-Jährige aus dem emsländischen Oberlangen ist ertrunken. Das hat am Donnerstag die Obduktion der Leiche in der Rechtsmedizin in Oldenburg ergeben. Christof H. ist demnach in das Hafenbecken von Leer gestürzt, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Aurich am Donnerstag mitteilten. „Die Obduktion hat keinerlei Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden ergeben“, sagte die Auricher Oberstaatsanwältin Anette Hüfner. Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft werde daher eingestellt. „Alles deutet auf einen Unglücksfall hin“, erklärte der Sprecher der Polizeiinspektion Leer, Dirk Oidtmann.

Christof H. war seit dem 21. Dezember vermisst worden. Er hatte gemeinsam mit Freunden den Weihnachtsmarkt in Leer besucht und war dann nicht zur vereinbarten gemeinsamen Rückfahrt am Bahnhof in Leer erschienen. Mit Hubschraubern suchte die Polizei nach dem jungen Mann, auch Taucher und ein Sonarboot waren im Hafenbecken der ostfriesischen Stadt mehrfach im Einsatz.

Bereits am Mittwochabend hatte sich wie ein Lauffeuer in seinem Heimatort Oberlangen im Emsland herumgesprochen, dass Christof H. wahrscheinlich ertrunken ist. Die Leiche des 20-Jährigen war am Mittwochnachmittag von einem Hafenmitarbeiter entdeckt worden. Die Feuerwehr barg den leblosen Körper aus dem Wasser. Dass es sich bei dem Toten um Christof H. handelt, steht aber erst seit gestern mit Sicherheit fest.

Bei Facebook gingen am Donnerstag Tausende Beileidsbekundungen ein. Freunde und Familie hatten das soziale Netzwerk im Internet genutzt, um nach Christof H. zu suchen. Bereits am Mittwochabend stellten sie die traurige Nachricht online: „Anscheinend wurde er gefunden. Leider leblos, soweit es die Zeitungen bestätigen ...“

Wochenlang hatten die Unterstützer Nachrichten und Hinweise bei Facebook veröffentlicht und um Mithilfe bei der Suche gebeten. Unter den Rückmeldungen waren auch viele falsche Fährten, wie sich jetzt herausstellt. So sollte der 20-Jährige mal bis zum frühen Morgen in einer Kneipe im emsländischen Papenburg gesehen worden sein, mal auf dem Beifahrersitz eines Lkw. „Wir danken euch von ganzem Herzen und hoffen, dass andere Vermisste lebend zurückkehren“, schrieben die Betreiber der Seite. Und an den Toten gerichtet: „Mögest du in Frieden ruhen.“

Unklar ist noch, wie es zu dem Unglück gekommen ist. Bisher gibt es erst einen vorläufigen Obduktionsbericht. Darin ist zwar Ertrinken als Todesursache eindeutig festgestellt. Warum aber Christof H. in das Hafenbecken gefallen ist, steht noch nicht fest. „Ob er nach dem Weihnachtsmarktbesuch zum Beispiel betrunken war, können wir noch gar nicht sagen“, erklärte gestern Oberstaatsanwältin Hüfner. Dafür sei ein toxikologisches Gutachten erforderlich. „Das dauert länger.“Auch ist laut Hüfner unklar, wo genau der 20-Jährige ins Hafenbecken gefallen ist. Leers Bürgermeister Wolfgang Kellner wies gestern den Vorwurf zurück, der Hafen sei nicht ausreichend gesichert. „Der Hafen ist sicher. Das hat uns die Polizei noch einmal bestätigt.“

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