Göttingen

Nachlassverwalter veruntreut eine Million Euro

Göttingen - Ein hauptberuflicher Nachlassverwalter aus Göttingen hat rund eine Million Euro veruntreut. Der 45-Jährige habe sich selbst angezeigt und ein Geständnis abgelegt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick, am Freitag. Als Motiv habe der Mann Spielsucht genannt.

Das Geld habe er zum Bezahlen von Spielschulden verwendet. Das "Göttinger Tageblatt" berichtete, der früher bei einem Amtsgericht tätige Diplomrechtspfleger habe eine Kanzlei betrieben, die Hunderte von Privatinsolvenzen, Nachlässen und Zwangsverwaltungen betreute. Dabei sei er in den Landgerichtsbezirken Göttingen, Braunschweig, Hildesheim und Kassel tätig gewesen. Der 45-Jährige sei inzwischen seines Amtes enthoben worden, sagte Oberstaatsanwalt Buick. In seinem Geständnis habe der Mann erklärt, das veruntreute Geld stamme aus vier verschiedenen Nachlässen. In diesen Fällen hatte der Verwalter die Aufgabe, das Vermögen Verstorbener zu betreuen und die rechtmäßigen Erben zu suchen. Die Staatsanwaltschaft überprüfe jetzt nicht nur die vier fraglichen, sondern sämtliche Nachlass-Vorgänge, die der Verwalter in den vergangenen Jahren bearbeitet hat, sagte Buick. "Und das sind etliche Hundert."

dpa

Kommentare