Hildesheim

Nachwuchs bei den Uhus im Dom

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Vergangenes Jahr schlüpften drei Uhus im Hildesheimer Dom.

Hildesheim - Eine Uhu-Familie hat sich wieder im Hildesheimer Dom eingenistet. Die Vögel sitzen wie im Vorjahr in einem Brutkasten in rund 30 Metern Höhe im Westwerk des Gotteshauses und es liegen auch schon drei Eier im Nest.

Im vergangenen Jahr hatten sie für reichlich Wirbel auf dem Domhof gesorgt, jetzt sind sie wieder da: Die Hildesheimer Dom-Uhus sind zurück. Erneut haben sie sich im Westwerk des Gotteshauses angesiedelt. Jürgen Selke-Witzel, Umweltbeauftragter des Bistums, wollte die Uhus eigentlich an einen anderen Brutplatz locken: In einer Dachschräge zum Kreuzgang war extra ein Nistkasten eingerichtet worden, der Uhus eine komfortable Unterkunft bietet. Denn das Quartier auf dem Westwerk war ursprünglich für Turmfalken konzipiert worden.

Nachdem im Vorjahr erstmals Uhus dort eingezogen waren, hatte es einige Schreckmomente gegeben: Als die drei Jungvögel alt genug waren, das Nest zu verlassen, war einer nach dem anderen den Turm hinab gesegelt. Den Sprung aus 30 Metern Höhe hatten die Vögel gut überstanden, allerdings waren sie mitten in den Bauarbeiten rund um den Dom gelandet.

Nun wollte Selke-Witzel die Uhus für die neue Unterkunft am Kreuzgang begeistern. „Der Abstieg der Jungvögel wäre dort weniger steil, der Bereich ist geschützter.“ Überdies hatte das Bistum gehofft, im Westwerk selbst wieder Turmfalken beherbergen zu können. Dafür hatte Selke-Witzel sogar den Zugang zum Nistkasten im Westwerk verengt, damit die Uhus nicht mehr hindurchpassen. Doch die Großeulen wollten sich die Wahl ihres Domizils nicht vorschreiben lassen und zwängten sich durch den verengten Zugang.

„Gute Christen nehmen ihre Gäste an, wie sie eben kommen“, sagte sich das Bistum nun offenbar und öffnete den Zugang wieder, um den Uhus den Weg zum Nistplatz so angenehm wie möglich zu machen. Nachwuchs dürfte es auch wieder geben, drei Eier liegen schon im Nest.

Von Tarek Abu Ajamieh

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