„Alexander von Humboldt“

Nächster Hafen Bremen?

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Bremen - Noch vor Kurzem stand der Traditionssegler „Alexander von Humboldt“ auf Ebay zum Verkauf. Jetzt gibt es Hinweise, dass das Schiff bald als Gastronomieschiff auf der Weser in Bremen festmachen könnte.

Auf dem grün-weißen Traditionssegler „Alexander von Humboldt“ („Sail Away“) haben Generationen von jungen Leuten das Segeln gelernt. Die Bark hat Kap Hoorn bezwungen und soll jetzt als Gastronomieschiff auf der Weser mitten in Bremen dienen. In Sichtweite der Beck's Brauerei, für die sie jahrelang das Werbeflaggschiff war.

Derzeit liefen noch Gespräche zwischen den beteiligten Behörden, sagte der Sprecher der Bremer Wirtschaftsbehörde, HolgerBruns, am Montag. Angedacht sei ein Liegeplatz an der Schlachte. Der Geschäftsführer der Werft BVT, Arndt Lohner, bestätigte, dass die Verhandlungen mit dem Käufer weitgehend abgeschlossen seien. Die Werft hat den rund 62 Meter langen Windjammer gerade überholt. Zum möglichen Käufer gab es noch keine Angaben.

„Wenn man den Liegeplatz für dieses Schiff hier in der Stadtmitte realisiert, kann das für alle Beteiligten eine wunderbare Sache sein“, teilte Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) mit. „Deshalb wünsche ich mir, dass es in gemeinsamer Anstrengung gelingt, die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen.“ Nach Bruns Angaben geht es bei den Behördenabstimmungen um mögliche Verlegungen von Schiffen, um eine Vertiefung des Liegeplatzes und andere technische Fragen. Wie schnell das gehe, sei nicht klar. Wenn es in diesem Jahr noch klappen würde, wäre das toll, sagte der Sprecher. Geld für Unterhalt oder Betrieb des Schiffes werde es vom Senat nicht geben.

Beck's wirbt seit 1984 mit einen Großsegler mit grünen Segeln, zuerst noch mit einem Schoner, dann mit der „Alexander von Humboldt“. Der Sprecher der Brauerei Anheuser-Busch InBev, Oliver Bartelt, reagierte positiv auf die Entwicklung. Das grüne Schiff garantiere als unveränderliches Markensymbol hohe Sympathiewerte und schnelle Wiedererkennbarkeit. „Dementsprechend begrüßen wir eine Nutzung des Schiffs, die dieses Bild unterstützt. Dass an Bord Beck's ausgeschenkt wird, ist selbstverständlich.“

Die „Alex“ war 1906 als Feuerschiff in Bremen gebaut und bis 1986 auf Nord- und Ostsee eingesetzt worden. Nach dem Umbau zur Bark übernahm die Deutsche Stiftung Sail Training (DSST) 1988 das Schiff. Die DSST geht seit 2011 mit ihren Neubau „Alexander von Humboldt II“ auf Fahrt. Zuletzt unternahm die alte „Alex“ Kurzkreuzfahrten in der Karibik. Das Konzept rechnete sich nicht, der maritime Oldtimer kam im vergangenen Jahr nach Bremerhaven zurück.

dpa

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