„Jawtex 2014“

Nato-Großmanöver bringt Fluglärm in den Norden

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Ganz Norddeutschland wird in der kommenden Woche Schauplatz für das Nato-Großmanöver „Jawtex 2014“.

Holzdorf - Über dem Norden Deutschlands hat die Bundeswehr ein mehrtägiges Manöver mit rund 4500 Soldaten aus mehreren Staaten begonnen. Neben Bundeswehrsoldaten seien auch Verbände aus den europäischen Nachbarländern, den USA, der Türkei und Ungarn angereist, teilte die Bundeswehr am Montag mit.

Bis zum 23. Mai sollen rund 100 Hubschrauber und Flugzeuge, darunter Kampfhubschrauber und Tornado-Jets, über Sachsen-Anhalt und den Norden Deutschlands hinweg fliegen. Marine, Luftwaffe und Heer wollen gemeinsam die Luftabwehr üben. Gesteuert wird das Nato-Großmanöver „Jawtex 2014“ vom brandenburgischen Fliegerhorst Holzdorf.

Dabei sollen nach Bundeswehrangaben Verbände von Luftwaffe, Heer- und Marine die Zusammenarbeit trainieren. Knapp 4200 Soldaten seien beteiligt, davon 800 aus elf Partnernationen von den Niederlanden über Finnland, Griechenland, Österreich, Schweiz und die Türkei bis zu den USA.

Niedersachsen ist besonders mit dem Luftwaffenstützpunkt im ostfriesischen Wittmund betroffen. Dort landeten bereits am Donnerstag fünf türkische Kampfjets F-16 und zwei Transportmaschinen vom Typ C-160. Daneben wird auf dem Truppenübungsplatz das Zusammenwirken der Luftwaffe mit Fallschirmjägern, Heeresfliegern und Artillerie geübt. Zudem sind in der Deutschen Bucht Kampfschiffe unterwegs.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird noch während der Übung am Dienstag ihren Antrittsbesuch bei der Luftwaffe in Wittmund machen. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, soll ihr dort ausgewählte Waffensysteme wie Hubschrauber, Kampfflugzeuge und Luftabwehrraketen zeigen.

Proteste in Gorleben

Unterdessen hat die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg das Manöver in der Nähe des Atommülllagers scharf kritisiert und Proteste angekündigt. Anwohner befürchteten, dass die Castor-Behälter bei einem Flugzeug-Crash zu wenig geschützt seien. Zudem gebe es in Gorleben noch ein weiteres Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, die nicht gegen Abstürze gesichert seien. Die Bürgerinitiative erinnerte daran, dass die Luftwaffe Mitte April Munition bei Fehlabwürfen in 15 Kilometer Entfernung von der Brennelementefabrik Lingen verloren habe.

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