Schlau ohne Smartphone

Nehmt den Kindern die Handys weg!

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Keine Ablenkung durch Smartphones – dadurch können Schüler bessere Leistungen erzielen.

- Nehmt den Kindern die Handys weg! Zwei britische Forscher haben nämlich herausgefunden: Schüler lernen besser, wenn sie ohne Handy im Unterricht sitzen.

Was lassen sich Politiker und Lehrer nicht alles einfallen, um aus Schülern bessere Schüler zu machen. Individuell soll der Unterricht gestaltet sein, praxisnah, mit bestmöglicher Ausstattung. Immer neue Reformpapiere und immer neue pädagogische Konzepte sind das Ergebnis vieler Bildungskongresse. Und es geht dabei eigentlich immer um die Frage, wie Motivation und Leistung im Klassenraum zu steigern sind. Schwierige Frage. Auf die nun aber zwei britische Forscher eine verblüffend einfache Antwort gefunden haben: Nehmt den Kindern die Handys weg!

Jene Schulen in Deutschland, die ein Handyverbot im Unterricht ausgesprochen haben, dürften sich von den Befunden der Wissenschaftler Louis-Philippe Beland und Richard Murphy bestätigt sehen. Beland und Murphy verglichen die Leistungen britischer Schüler – vor und nachdem in deren Klassen ein Handyverbot ausgesprochen worden war. Und sie stellten fest: Ohne Smartphone besserten sich die Prüfungsergebnisse von 16-Jährigen durchschnittlich um 6,41 Prozent.

Vor allem leistungsschwache Schüler profitierten von dem Verbot: Die Leistungen der Schüler aus bildungsfernen Familien steigerten sich um mehr als 14 Prozent. Die Forscher führen diesen Effekt auf die Ablenkung zurück, die Smartphones im Unterricht darstellten.

Beinahe jeder Jugendliche in Deutschland hat ein eigenes Smartphone. Selbst bei den Zwölf- bis 13-Jährigen sind es aktuellen Erhebungen zufolge rund 80 Prozent. Das Smartphone ist fest verankert in der Lebenswelt der Jugend – soll man es ihr wegnehmen, damit sie besser lernt? „Nein“, sagt der Medienpsychologe Prof. Jo Groebel, der zu diesem Thema forscht. „Je lebensnäher der Unterricht ist, desto besser ist er auch. Und Smartphones gehören heute zum Leben dazu.“ Nicht das Gerät an sich sei problematisch, sagt Groebel, sondern seine unangebrachte Nutzung.

Anstatt zum heimlichen Versenden von Textnachrichten oder zum Spielen gebraucht zu werden, sollte die Technik offensiv in den Unterricht eingebunden werden. Groebel meint: „Dank ihrer vielen Funktionen sind Smartphones sehr gut geeignet für zeitgemäßen Unterricht.“

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