Naturkatastrophe in Nepal

Neue Lawine verschüttet Hunderte Menschen

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Bei dem Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richter-Skala wurden Nepal, Gebiete in Nordindien und in Tibet erschüttert.

Ghodatabela - Bei einem erneuten Lawinenabgang nach dem schweren Erdbeben in Nepal sind am Dienstag möglicherweise rund 250 Menschen verschüttet worden. Die Lawine sei in Ghodatabela, bei der beliebten Trekking-Route Langtang in der Nähe des Epizentrums des Bebens vom Samstag, ins Tal gerast, sagte ein Behördenvertreter.

Etwa acht Millionen Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR von dem Erdbeben vom Samstag betroffen, mehr als ein Viertel der Bevölkerung. Nepals Premierminister Sushil Koirala sagte, die Zahl der Toten könnte auf 10.000 steigen.

Bislang wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 4.000 Tote und über 8.000 Verletzte registriert. Mindestens 1,4 Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Bei dem Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richter-Skala wurden Nepal, Gebiete in Nordindien und in Tibet erschüttert. In Indien starben mehr als 70 Menschen, in Tibet mindestens 25. Es war das schwerste Beben in der Region seit 1934, als über 10.000 Menschen starben.

Der WHO-Nothilfekoordinator Richard Brennan warnte vor dem Ausbruch von Epidemien. In der Hauptstadt Kathmandu und in vielen anderen Gebieten sei die Versorgung mit sauberem Wasser zusammengebrochen, es fehle auch an funktionierenden sanitären Einrichtungen. Dadurch steige das Risiko für die Ausbreitung von Infektionen, sagte er. Die Krankenhäuser in der Hauptstadt seien überfüllt. Ärzte und Pfleger müssten schwere Traumata, Blutungen, Knochenbrücke, Gesichtsverletzungen und innere Verletzungen behandeln. Aber auch der normale Betrieb müsse weitergehen, zum Beispiel die Geburtshilfe.

Derweil trafen die ersten Hilfslieferungen in Kathmandu ein. Laut lokalen Medien reisten mehrere Ärzte- und Rettungsteams aus verschiedenen Ländern an. Dennoch fehlte es weiter an Gütern für die Grundversorgung der Überlebenden wie Zelte, Medikamente, Trinkwasser und Lebensmitteln. Gleichzeitig war der Flughafen von Kathmandu weiter so überlastet, so dass mehrere Flüge mit Hilfslieferungen beispielsweise aus Indien umdrehen mussten. In den nächsten Tagen wollen die Vereinten Nationen einen Hilfe-Appell an die internationale Gemeinschaft richten. Das Welternährungsprogramm hat mit der Verteilung von Lebensmitteln begonnen und plant eine großangelegte Luftbrücke nach Nepal.

Tausende Menschen verlassen derweil Kathmandu, auf der Suche nach ihren Verwandten und aus Not. Viele Menschen bleiben weiter im Freien, auch über Nacht, aus Angst vor einstürzenden Gebäuden oder weil ihre Häuser zerstört wurden. Am Dienstagmorgen setzte zudem sintflutartiger Regen ein.

Bei dem Erdbeben ist auch ein Geografie-Professor aus Göttingen ums Leben gekommen. Der 67-Jährige habe eine Forschergruppe der Universität geleitet, die im Hochgebirge von dem Erdbeben überrascht worden sei, teilte die Göttinger Hochschule mit. Den übrigen 16 Exkursionsteilnehmern gehe es „den Umständen entsprechend gut“.

afp/epd

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