Bundeswehr

Neues Panzerbataillon zieht nach Bergen

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Foto: In den vergangenen Monaten haben 4000 britische Soldaten die Kaserne in Bergen verlassen

Bergen - Am Rande eines Truppenübungsplatzes in Bergen wird ein neues Panzerbataillon der Bundeswehr aufgebaut. Rund 370 Soldaten sollen dem Bataillon 414 angehören. Die Bundeswehr zieht dabei in eine bisher von Briten genutzte Kaserne. Die Liegenschaft wurde dafür umgerüstet.

In der kleinen Stadt Bergen (Kreis Celle) war die Freude groß: Am Montag sind nach einer symbolischen Schlüsselübergabe die ersten Bundeswehrsoldaten in eine bisher von den Briten genutzte Kaserne eingezogen. Sie sollen am Rande des Truppenübungsplatzes ein neues Panzerbataillon mit rund 370 Soldaten aufbauen, zu dem auch ein niederländischer Truppenteil gehören soll. „Wir hoffen, dass in zweieinhalb Jahren alles komplett ist“, sagte ein Bundeswehrsprecher in Munster der HAZ. In Medienberichten Anfang des Jahres war zunächst von insgesamt rund 700 Soldaten die Rede gewesen.

Platz ist genug auf dem Areal, das durch den Abzug der britischen Streitkräfte verwaist ist. „Mehr als 350 Gebäude gibt es auf dem Gelände“, sagte Oberst Jörg Wiederholt, Kommandeur der Truppenübungsplätze Nord, bei der Übergabe. Davon nutze die Bundeswehr vorerst nur ein einzelnes Bürogebäude. Zurzeit acht, in Kürze 17 Mitarbeiter eines Aufstellungsstabes kümmern sich dort um den Aufbau des Bataillons 414, dessen Soldaten an Leopard-2-Panzern auf Auslandseinsätze vorbereitet werden sollen.

160 Bewerbungen für Zivilstellen

Vorgesehen ist, Anfang 2016 zwei Kompanien mit je 70 Soldaten nach Bergen zu verlegen: eine aus dem nahen Munster, eine aus Augustdorf in Ostwestfalen. Eine weitere Kompanie soll neu zusammengestellt werden. Über die zusätzlich eingeplanten rund 150 niederländischen Soldaten muss noch das Parlament in Den Haag entscheiden. Unterdessen werden die nach Angaben der Bundeswehr „in gutem Zustand“ hinterlassenen britischen Liegenschaften leicht umgerüstet. Etwa beim Brand- und Umweltschutz gebe es national unterschiedliche Vorgaben.

Für Bergen, das 4000 britische Soldaten verliert, sei die Ansiedlung „äußerst positiv“, sagte der erste Stadtrat Frank Juchert. Man hoffe, dass auch erwerbslos gewordene Zivilangestellte der Briten bei der Bundeswehr Arbeit finden. Auf die wenigen bisher ausgeschrieben Zivilstellen sei „der Run riesengroß“. Allein auf eine Lageristenstelle habe es 160 Bewerbungen gegeben.

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