Ausbau der A2

Niedersachsen will Platz schaffen

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Hannover - Staus auf der A2 bei Hannover gehören zum Alltag. Schon länger wird über einen achtspurigen Ausbau der überlasteten Ost-West-Trasse gesprochen. Nun wollen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen das Projekt vorantreiben. Bei Lehrte soll es schon ab Herbst Entlastung geben.

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wollen die starkbefahrene Ost-West-Autobahn A2 von Bielefeld bis zur Grenze nach Sachsen-Anhalt achtspurig ausbauen. Um dem erwarteten Verkehrszuwachs gerade auch von Lastwagen auf der wichtigen Verbindung, die nördlich an Hannover vorbeiführt, zu begegnen, haben beide Länder den Ausbau für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet.

In wenigen Wochen bereits starten die Arbeiten zur Mitbenutzung der Standstreifen zwischen Hannover und Lehrte, womit dort ab Herbst diesen Jahres bereits acht Spuren zur Verfügung stehen, teilte die Landesbehörde für Straßenbau in Hannover mit. Im Herbst soll auch die Montage von 43 Schilderbrücken für variable Tempolimits zwischen Lehrte und Braunschweig beginnen, die für einen harmonischeren Verkehrsfluss sorgen sollen. Wegen Schäden an den Fundamenten wurden die 2012 installierten Brücken damals gleich wieder abgebaut.

Die A2

Die Autobahn A 2 führt von Oberhausen im Ruhrgebiet über Westfalen und Hannover nach Magdeburg und weiter nach Berlin. Die in den 30er Jahren gebaute und heute durchgehend sechsspurige Strecke ist 486 Kilometer lang und gehört zu den am meisten befahrenen Autobahnen. Durch die deutsche Wiedervereinigung und die Osterweiterung der EU hat der Verkehr auf der Ost-West-Verbindung enorm zugenommen. Wegen der Vielzahl an Lastwagen aus Polen wird die Strecke auch "Warschauer Allee" genannt. In den Ballungsräumen sind an Spitzentagen über 100.000 Fahrzeuge unterwegs, knapp ein Viertel davon sind Lastwagen. Hinzu kommt, dass bis 2025 mit einer weiteren Zunahme des Güterverkehrs gerechnet wird.

"Die A2 ist eine ganz wichtige Verkehrs- und Wirtschaftsachse, der gilt immer unser besonderes Augenmerk", sagt der Sprecher des Verkehrsministeriums in Hannover, Stefan Wittke. "Dass der Verkehr zunehmen wird, ist klar." Binnen 24 Stunden passieren schon jetzt rund 100 000 Fahrzeuge Hannover und Bielefeld, bei Braunschweig sind es 80 000 und westlich von Magdeburg bis zu 72 000 Wagen. Der Anteil der Lastwagen liegt zwischen 20 und 25 Prozent.

Zwischen den Ländern abgestimmt sei daher der Wunsch nach einem achtstreifigen Ausbau, auch wenn die Umsetzung bei Kosten von fast 2,5 Milliarden Euro alleine auf dem niedersächsischen Abschnitt Zukunftsmusik ist, sagt Wittke. Am ehesten werde wohl ein Ausbau bei Hannover und danach bei Braunschweig angegangen.

"Die A2 ist die meistbefahrendste Strecke in Deutschland für Lastwagen", sagt der Präsident des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), Adalbert Wandt. Gerade für Osteuropa und Polen, das als Handelspartner an Bedeutung gewinne, sei die A2 eine wichtige Transitachse. "Zwischen Magdeburg und Hannover ist der Abschnitt, auf dem am meisten los ist, auch der Verkehr von Leipzig Richtung Hamburg läuft darüber", weiß Wandt, der auch als Chef einer Braunschweiger Spedition mit der Lage vertraut ist. "Wir müssen die A39 schnell fertigstellen, die Autobahn von Wolfsburg nach Lüneburg ist eine Entlastungsstrecke, die das Verkehrsaufkommen umleitet."

dpa

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