Gleichberechtigung

Niedersachsens Justizministerin will mehr Richterinnen in Führungspositionen

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Foto: Für Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz befinden sich noch zu wenig Richterinnen in Führungspositionen.

Hannover - An niedersächsischen Gerichten gibt es nach Ansicht von Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz zu wenig Frauen in Führungspositionen. „Obwohl längst mehr Richterinnen eingestellt werden, sind die Männer bei den Beförderungen weit in der Mehrzahl“, sagte die Grünen-Politiker in Hannover.

Nach Angaben des Justizministeriums sind 516 der 975 Stellen in der untersten Besoldungsstufe R1 von Frauen besetzt. Nach der ersten Beförderungsstufe R2 sei das Verhältnis aber bereits gekippt. 280 Männern stünden 94 Frauen gegenüber. Auch auf den weiteren Stufen der Karriereleiter gibt es wesentlich mehr Männer als Frauen.

Niewisch-Lennartz will daher die Hürden für die Beförderungen, die insbesondere Frauen abschreckten, reformieren. „Wir sind ganz intensiv daran, das zu verändern“, betonte sie. Denkbar seien etwa flexiblere Vorgaben für die sogenannte Erprobungszeit. Bislang müssen Anwärter für Beförderungen sechs Monate an einem Obergericht ihre Eignung beweisen. Dies sei meist mit einem Ortswechsel verbunden, vor dem Frauen im Gegensatz zu Männern wegen ihrer Familie meist zurückschrecken. „Wir müssen daher sehen, ob die Erprobung auch am eigenen Gericht oder aber in Teilzeit erfolgen kann.“

Ziel der politischen Reform müsse es sein, mehr Frauen in den Führungsposten zu etablieren. Deshalb müssten die Vorgesetzten bei der Kandidatensuche für Beförderungen auch gezielt auf Frauen zugehen und diese ermutigen. „Das ist ein Punkt, den man nicht unterschätzen darf“, betonte die Ministerin, die bis zu ihrer Ernennung acht Jahre als Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht Hannover gearbeitet hat. Auch entsprechende Personalkonzepte und familienfreundliche Bedingungen seien wichtig.

dpa/mhu

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