Erntebericht

Niedersächsische Bauern trotz Frostschäden zufrieden

+
Foto: Aufgrund der zur Zeit laufenden Maisernte herrscht bei der Anlieferung auf den Biogasanlagen Hochbetrieb.

Dötlingen - Frostschäden im Februar, Trockenheit im Frühjahr, viel Regen im Sommer und höhere Preise: Die Bauern in Niedersachsen sind unter dem Strich mit ihrer Ernte zufrieden. Der Trend zu immer mehr Maisanbau hat sich deutlich verlangsamt.

Trotz schwerer Frostschäden im Februar sind die niedersächsischen Landwirte mit der diesjährigen Ernte zufrieden. Vom Kahlfrost im Februar seien vor allem die Getreidebauern südlich von Bremen, im Süden und Osten des Landes sowie in Höhenlagen betroffen gewesen, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Arendt Meyer zu Wehdel, am Montag in Dötlingen (Kreis Oldenburg). Die Bauern hätten für ihre Ernte deutlich höhere Preise erzielt. Gleichzeitig seien aber auch die Betriebskosten gestiegen. „Wir erwarten eine sehr ordentliche Einkommenssituation“, so zu Wehdel.

Die Gesamtgetreideernte lag 2012 bei 5,45 Millionen Tonnen und damit um etwa 5 Prozent über dem schwachen Ergebnis des Vorjahres. Mit einem Ernteplus von 45 Prozent auf 860.000 Tonnen war der Roggen Gewinner. Ihm konnte der Frost keinen Schaden zufügen. Die schwersten Schäden gab es beim Winterweizen. Die Erntemenge ging um 18 Prozent auf 2,5 Millionen Tonnen zurück. Die Anbaufläche sank wegen des Frosts um ebenfalls 18 Prozent auf 324.000 Hektar. Mit 238 Euro je Tonne erhielten die Bauern allerdings auch einen um 22 Prozent höheren Preis als 2011.

Der starke Zuwachs beim Maisanbau hat sich nach Angaben der Kammer abgeschwächt. Silomais wurde auf 529.000 Hektar angepflanzt, ein Plus von 3,9 Prozent im Vergleich zu 2011. Davon dienten rund 310.000 Hektar dem Anbau von Viehfutter, der Ertrag von etwa 220.000 Hektar wanderte in Biogasanlagen. Das gebremste Wachstum beim Maisanbau liege an einer Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes, seit der nur noch wenige neue Biogasanlagen gebaut worden seien. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, Mais würde nur vergoren und zu Strom und Wärme umgewandelt“, betonte zu Wehdel. Die Bauern bemühten sich zunehmend, Maisflächen durch Blühstreifen aufzulockern und mit Zwischenfrüchten zu vermeiden, dass abgeerntete Maisfelder lange kahl bleiben.

Niedersachsen blieb auch in diesem Jahr die mit Abstand wichtigste Kartoffelregion in Deutschland - obwohl die Ernte um knapp 8 Prozent auf 4,85 Millionen Tonnen sank. Weil auch in den Niederlanden und in Belgien weniger geerntet wurde, stiegen die Preise von 8,30 Euro je 100 Kilogramm im Vorjahr auf aktuell 11,60 Euro, was den Ernterückgang mehr als ausglich. Nicht zufrieden seien hingegen die Produzenten von Stärkekartoffeln, sagte zu Wehdel.

dpa

Kommentare