Kim dreht Uhr zurück

Nordkorea schafft eigene Zeitzone

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Foto: Die undatierte Aufnahme der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zeigt Kim Jong-Un bei einer Maschinen-Ausstellung.

- In Nordkorea gehen die Uhren bald anders: Am 15.August werden die Zeiger in dem autoritär regierten Land um eine halbe Stunde zurückgestellt. Die neue Zeit soll nach der Hauptstadt des kommunistisch regierten Nordens "Pjöngjang-Zeit" heißen.

Genau 70 Jahre nach der Unabhängigkeit von Japan wolle Nordkorea auch die Zeitzone seiner einstigen Kolonialmacht verlassen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag unter Berufung auf die nordkoreanische Agentur KCNA.

Die koreanische Halbinsel stand von 1910 bis 1945 unter japanischer Herrschaft. Der Staat Nordkorea ging nach dem Zweiten Weltkrieg aus der sowjetischen Besatzungszone hervor. Der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 besiegelte die Trennung in einen kommunistischen Norden und einen kapitalistischen Süden.

Seitdem wird die Demokratische Volksrepublik Nordkorea von der Dynastie des Staatsgründers Kim Il Sung regiert, zurzeit ist sein Enkel Kim Jong Un an der Macht. Das Land verfügt allem Anschein nach über Atomwaffen und hat eine der größten Armeen der Welt.

Süden befürchtet Nachteile

Bis 1912 war es in Korea sechseinhalb Stunden früher als nach mitteleuropäischer Sommerzeit. Tokio verfügte dann eine Vorstellung um 30 Minuten, um die koreanischen Uhren an die japanische Zeit anzupassen. Durch die Rückstellung im Norden werden die Uhren dort nun auch eine halbe Stunde hinter denen in Südkorea herticken.

Dass der Norden seine eigene Zeit wieder einführt, sorgte im Süden für Unmut. Kurzfristig seien Nachteile insbesondere für den gemeinsam auf nordkoreanischem Territorium betriebenen Industriekomplex Kaesong zu befürchten, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Vereinigungsministeriums. Langfristig würden dadurch auch die Bemühungen zurückgeworfen, die Unterschiede zwischen beiden Staaten abzubauen.

epd/afp

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