Wirtschaftsminister übernimmt Krisenmanagement

Ölunfall bei Etzel wird zur Chefsache

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Foto: „Ich sehe es als meine Aufgabe an, Vertrauen zurückzugewinnen“: Wirtschaftsminister Olaf Lies übernimmt das Krisenmanagement in Etzel.

Etzel - Nach dem Ölunfall am Erdgasspeicher Etzel kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen die Verschmutzungen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hat den Fall jetzt zur Chefsache erklärt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) übernimmt nach dem Ölunfall im ostfriesischen Etzel ab sofort das Krisenmanagement. Er ziehe diesen Fall direkt ins Ministerium, sagte Lies am Samstag in Etzel. Er kündigte die „rückhaltlose Aufklärung“ des Unfalls an. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) werde er anweisen, dem verantwortlichen Unternehmen, der IVG Cavers, den Einbau von Überwachungssystemen zum sofortigen Erkennen von Ölaustritten vorzuschreiben. Außerdem müssten die Kontrollintervalle verkürzt werden. Vor einer Woche waren über Stunden etwa 40 Kubikmeter Rohöl unbemerkt ausgelaufen.

Lies hatte sich an der Unfallstelle über das Ausmaß der Umweltverschmutzungen an Gewässern und Ufern informiert. Noch immer sind dort Rettungskräfte im Einsatz. Der Minister dankte den Helfern. „Sie haben alles Menschenmögliche getan, um den Schaden für Natur und Umwelt zu begrenzen.“ Die Umwelt habe zwar großen Schaden genommen, aber die Schäden seien zu beseitigen. Die Situation sei unter Kontrolle, sagte Lies.

Jetzt gelte es, den Sachverhalt aufzuklären und über Art und Umfang der Sanierungsmaßnahmen umfassend zu informieren. Er sei sich darüber im Klaren, dass durch solche Unfälle das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit technischer Großanlagen massiv beschädigt würde. Auch er könne nicht verstehen, warum das Leck so lange unentdeckt blieb, betonte der Minister. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, Vertrauen zurückzugewinnen.“

Nur durch Zufall war der Ölunfall entdeckt worden. Ein Radfahrer entdeckte am vergangenen Sonntag die Verschmutzungen. Das Öl war nach den Ermittlungen durch eine offene Armatur ausgelaufen. Das hauseigene Warnsystem habe nicht ausgelöst, teilte der Betreiber mit. Das Öl verteilte sich auf einer Länge von sechs Kilometern auf umliegende Gewässer.

dpa

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