Lobbyismus für die Windenergie

Offshore-Industrie Norddeutschlands sucht Nähe zur Politik

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Foto: Die Offshore-Wind-Industrie-Allianz (OWIA) will in Berlin die Lobby-Politik bündeln.

Berlin - Die Windenergiebranche hat mit Erstaunen reagiert, als Umweltminister Altmaier eine Tempodrosselung beim Ausbau der Alternativenergien forderte. Nun will die Offshore-Windenergiebranche Norddeutschlands ihren Einfluss in Berlin steigern.

Die Offshore-Industrie Norddeutschlands sucht die Nähe zur Bundespolitik. Drei Netzwerke von Unternehmen wollen am Freitag in Berlin ein gemeinsames Büro eröffnen. Ziel der Offshore-Wind-Industrie-Allianz (OWIA) ist es, dichter an die Entscheidungsträger in der Politik heranzukommen, um so die Windenergie auf dem offenen Meer vorantreiben und Widerstände abbauen zu können. Die OWIA vertritt rund 550 Unternehmen.

Zur OWIA gehören Netzwerke aus Hamburg, Niedersachsen und Bremen sowie aus Mecklenburg-Vorpommern. Schleswig-Holstein hat sich nach Worten des Chefs des Wind Energy Network aus Mecklenburg-Vorpommern, Andree Iffländer, noch nicht zum Beitritt entschließen können, die Allianz wäre aber jederzeit offen für Schleswig-Holstein.

Nachdem Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) jüngst mit seiner Forderung nach einer Drosselung des Windenergie-Ausbaus für Aufregung gesorgt hat, müsse die Branche aufpassen, dass es keinen Riss gibt, sagte Iffländer. "Es sind schon Milliarden Euro in diese Technik geflossen, die Industrie braucht verlässliche und stabile Rahmenbedingungen."

Die Offshore-Windenergie sei die größte Chance, die der Norden seit langem hatte, sagte Iffländer. Er schätzte das Potenzial auf rund 100 Milliarden Euro alleine in Deutschland ein. Das seien nur die Investitionen in die Windparks selbst sowie deren Anbindung ans Land, für den Ausbau der Infrastruktur in Häfen und der Industriestandorte. Nicht mit dabei sei der Netzausbau, um den Strom vom Norden in die Industriezentren im Westen und Süden der Republik zu transportieren.

dpa

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