München

Oktoberfest geht ohne neuen Rekord zu Ende

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Foto: Auf 6,3 Millionen Besucher kamen „nur“ 6,5 Millionen Liter Bier: Das Münchener Oktoberfest ging am Sonntag zu Ende.

München - Ein durchschnittliches Oktoberfest geht zu Ende - mit 6,3 Millionen Gästen, 6,5 Millionen Liter Bier und 112 toten Ochsen. Alle Beteiligten sind zufrieden. Sorgen machen der Stadt und der Polizei nur zwei Dinge - und beide haben mit Maßkrügen zu tun.

Das Oktoberfest verliert an Anziehungskraft. Zwar tranken 6,3 Millionen Gäste in diesem Jahr 6,5 Millionen Liter Bier, doch damit blieb die Wiesn weit hinter ihrem Rekord von 7,1 Millionen Besuchern im Jahr 1985 zurück. Auch 2013 waren mit 6,4 Millionen Menschen mehr Gäste auf das Münchner Volksfest gekommen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach von einer „unglaublich gemütlichen“ Wiesn: „Es war nicht die sonnigste Wiesn, aber es hat Spaß gemacht.“ Besonders am letzten, langen Wiesn-Wochenende habe die Besucherzahl noch einmal angezogen. „Wir haben keine neuen Rekorde, aber wir liegen auf hohem Niveau“, sagte Wiesnchef Josef Schmid. Das Wiesn-Fundbüro zählte bis zum Sonntag 3646 Fundstücke, darunter allein 900 Ausweise. Ein verloren gegangenes Bundesverdienstkreuz 2. Klasse war am Sonntag dagegen noch nicht wieder aufgetaucht.

Maßkrug-Klau nimmt weiter zu

Auch die Rettungskräfte zogen eine weitgehend positive Bilanz. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) zählte mit 7900 Patienten zwar deutlich mehr als im Vorjahr, der Anstieg gehe aber vor allem auf leichte Verletzungen zurück. Rund 600 Wiesn-Besucher mussten wegen Alkoholvergiftungen behandelt werden, nur 16 von ihnen waren nach BRK-Angaben minderjährig. Im vergangenen Jahr waren es noch 30. Die Polizei freute sich über weniger Straftaten auf dem größten Volksfest der Welt. 720 Menschen wurden festgenommen, das sind 39 weniger als im vergangenen Jahr. Allerdings leisteten viele Festgenommene nach Polizeiangaben Widerstand; 13 Beamte wurden verletzt. „Von Bissverletzungen bis Trittverletzungen war alles dabei“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Wenger.

Zwei Beispiele für die vielen Wiesn-Einsätze: Am letzten Wochenende musste die Polizei einen Streit um eine Fischsemmel schlichten. Der Kunde hatte versehentlich die Deko-Semmel aus Plastik bekommen und sich darüber fürchterlich aufgeregt. Und am späten Freitagabend streckte ein 44-Jähriger ein Monster nieder. Der Mann hatte sich in der Geisterbahn derart erschreckt, dass er aus der Gondel stieg und den bösen Geist aus der Verankerung riss. Am Monster entstand Totalschaden, der Schausteller erstattete Anzeige.

Die gute Nachricht: Die Zahl der Taschendiebstähle ging nach Polizeiangaben zurück. Die schlechte: Der Maßkrug-Klau nimmt weiter zu: Ordner nahmen Souvenirjägern in diesem Jahr 112.000 Maßkrüge ab, die sie aus den Zelten und Biergärten mitgenommen hatten. Im vergangenen Jahr waren es nur 81 000. Bei aller Freude über die gemütliche und friedliche Wiesn - einen Wermutstropfen gibt es doch: Oberbürgermeister Reiter macht das „Ex-Saufen“ Sorgen, das Leeren des Maßkruges in einem Zug. „Es lässt sich leider irgendwie nicht in den Griff kriegen“, sagte er. Die Stadt und die Wirte müssten sich überlegen, wie sie es schaffen, dass „nicht so viele junge, mittelalte und ältere Menschen sich mit einem einzigen 10-Sekunden-Schluck wegbeamen“.

dpa

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