Brief prophezeit Andersgläubigen „die Hölle“

Ominöser Islamist schreibt an Abgeordnete

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Foto: Der niedersächsische Landtag vor dem Umbau in 2013.

Hannover - In einem Brief an alle Abgeordneten des Landtages warnt die Polizei vor einem ominösen Briefschreiber, der vermutlich aus der salafistischen Szene stammt. Er soll ausgewählte Empfänger in drohendem Ton den „Islam als einzigen Weg in das Paradies“ beschreiben und Andersgläubigen „die Hölle“ prophezeien.

Dies berichtet das Landespolizeipräsidium. Die Empfänger gehören vor allem zum Kreis der Abgeordneten und Mitglieder politischer Parteien. Diese würden derzeit von einem Mann namens Abu Tarbush angeschrieben.

„Wir haben die Abgeordneten vorsorglich gewarnt“, bestätigt Axel Brockmann, Referatsleiter im Landespolizeipräsidium, entsprechende Informationen der HAZ. Der Absender der Schreiben, der in Berlin wohne und den Sicherheitsbehörden bekannt sei, habe sich auch außerhalb Niedersachsens bereits an Politiker gewandt und Verunsicherung hervorgerufen. „Er scheint eine sehr merkwürdige Person zu sein“, sagt Brockmann. Zwei Abgeordnete hätten sich wegen der Schreiben, die sie als bedrohlich empfunden hätten, bereits an die Polizei gewandt.

Allerdings hätten die Schreiben keine strafrechtliche Relevanz. Einen persönlichen Bezug des Briefschreibers zu den Adressaten habe man auch nicht feststellen können. Der Mann hat die Anschriften seiner Adressaten im Internet gefunden. Rechtlich könne man gegen ihn nicht vorgehen.

Brockmann hat der Warnung ein Beispielschreiben angefügt. „Wir hoffen, unsere Nachricht erreicht Sie bei bester Gesundheit“, heißt es dort „im Namen Allahs, des Allerbarmers.“ Auch wenn es den Adressaten noch nicht bewusst sei, spiele der Islam eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Widerstand sei da zwecklos, heißt es weiter. Und es sei auch egal, ob jemand Jude oder Christ sei, denn niemand anders als Allah dürfe angebetet werden. Das Schreiben schließt mit der Empfehlung, sich an die Moschee in der Kolditzstraße in Berlin zu wenden, hat die E-Mail-Adresse vtpmol@gmail.com und als Absender einen angeblichen „Zentralrat der Lasen“. Die Lasen sind ein südkaukasisches Volk muslimischen Glaubens.

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