Tipps und Hinweise für die Feiertage

Ostern bringt Schnee und Staus

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Wer an Karfreitag in den Osterurlaub aufbricht, muss Geduld mitbringen.

Hannover - Wie kalt wird es an Ostern? Wo gibt es die längsten Staus? Und wie kann ich Benzin sparen? Wir haben Tipps und Hinweise für Sie zusammengestellt, die Sie gut durch die Feiertage bringen.

Der ersehnte Frühling ist noch lange nicht in Sicht. „Hoch ‚Jill‘ über Südskandinavien lässt einfach nicht locker und schickt uns weiterhin permanent kalte Luft aus russischen oder polaren Gefilden“, sagt Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Am Karsamstag fällt in Richtung Norden und in den Mittelgebirgen Schnee, im Westen und Süden Regen. Die Höchstwerte liegen im Nordosten weiterhin um die null Grad, am östlichen Alpenrand bei bis zu zehn Grad. Der Ostersonntag startet laut Jung in ganz Deutschland frostig, erneut gibt es vielfach Schnee- und Schneeregenschauer, der DWD prognostiziert Temperaturen zwischen null Grad im Nordosten und bis zehn Grad am Oberrhein. Immerhin drei bis zehn Grad erwartet Meteorologe Jung für den Ostermontag. Es schneit nur noch selten, im Westen und Süden scheint zeitweise die Sonne.

Die Meteorologen sind sich einig: Wirkliche Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Ursache ist laut DWD Tief „Dieter“, das die kalte Witterung über Ostern hinaus garantiert. Laut Meteorologe Dominik Jung vom Internetportal wetter.net ist Ostern 2013 damit um bis zu zehn Grad kälter als Weihnachten 2012, als örtlich bis zu 20 Grad gemessen wurden. Modellrechnungen zufolge bleibt es bis Mitte April deutlich zu kalt, sagt Jung.

Der Frühling ist allerdings nicht unerreichbar, er liegt nur einige Flugstunden entfernt: „Am Mittelmeer ist es zurzeit gar nicht schlecht“, sagt Trippler. Für Karfreitag sind im Süden Europas angenehme Temperaturen zu erwarten: 24 Grad an der spanischen Festlandküste, 19 Grad auf Mallorca, um 20 Grad in Süditalien, 21 Grad auf der griechischen Insel Kreta.

Staus und Glätte

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rechnet damit, dass trotz der ungünstigen Wetterprognose Urlauber und zahlreiche Ausflügler über die Feiertage unterwegs sein werden. Am stärksten sollen die Strecken in Richtung Süden belastet sein, die Verkehrsexperten erwarten aber auch Staus in Richtung Nord- und Ostsee. Der ADAC rät Reisenden daher, Stoßzeiten unbedingt zu meiden.

Die längsten Staus wird es nach Angaben des Automobil-Clubs am Nachmittag des Gründonnerstag mit der ersten großen Reisewelle sowie am Karfreitag geben. Doch auch am Karsamstag soll es lebhaft auf den Straßen werden. Der Ostersonntag bleibt dagegen relativ ruhig, dafür setzt am Ostermontag die große Welle des Rückreiseverkehrs ein – verstärkt noch dadurch, dass am Tag darauf in Niedersachsen und Bremen die Ferien enden. Besonders belastet sind im Norden nach Angaben des ADAC der Großraum Hannover und der Großraum Hamburg. Wer Staus umgehen will, sollte Ballungsräume und Staustellen nach Ansicht einiger Experten vor allem in den Morgenstunden, mittags und an Nachmittagen meiden. Der ADAC hingegen nennt keine Tageszeiten, an denen es erfahrungsgemäß zu besonders hohem Stauaufkommen kommt. „Das lässt sich nur schwer vorhersehen“, sagt Rosa Legatis vom ADAC Niedersachsen-Sachsen/Anhalt.

Auch Navigationssysteme taugen nach Meinung der Expertin nur bedingt als Stauhelfer. „Wenn das Gerät eine Alternative anbietet, sollte man dieser auf keinen Fall folgen“, sagt Legatis. Denn der jeweilige Nutzer habe diesen Tipp natürlich nicht exklusiv – in der Folge seien die angegebenen und meist viel kleineren Ausweichrouten meist schnell ebenfalls verstopft. „Wer auf der Staustrecke bleibt, kommt unserer Erfahrung nach oft trotzdem schneller voran.“ Ausnahmen sind laut Legatis allerdings im Verkehrsfunk und an der Autobahn ausgeschilderte Umleitungen. „Denen kann man vertrauensvoll folgen, wenn es den entsprechenden Hinweis darauf gibt“, sagt Legatis. Außerdem raten Verkehrsexperten, ausreichend Verpflegung, heißen Tee und Decken dabeizuhaben. Familien mit Kindern sollten sich zudem auf längere Fahrten vorbereiten und Spiele, Malsachen oder gar Süßigkeiten dabei haben. „Wer im Stau gern mal Lakritze nascht, sollte sich das ruhig gönnen – dann bleibt man viel entspannter“, sagt Legatis.

Nicht ohne Winterreifen

Schnee und Eis werden die Straßen an Ostern vielerorts zu Rutschbahnen machen. Die Faustregel für die Winterreifenzeit „von O bis O – von Oktober bis Ostern“ – gilt daher in diesem Frühjahr nicht, betont Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE). Denn in Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet laut der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Winterreifen bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ aufgezogen sein müssen – unabhängig vom Datum (§ 2, Abs. 3a StVO). Wer sich nicht daran hält, riskiert mindestens 40 Euro Bußgeld und einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei, sagt ADAC-Jurist Markus Schäpe.

Benzinpreise leicht gestiegen

Die Autofahrer in Deutschland können in diesem Jahr etwas entspannter in den Osterurlaub fahren. Vor den Feiertagen zeigen die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen zwar eine leichte Aufwärtstendenz – sie liegen jedoch niedriger als vor zwölf Monaten. Am Mittwochmorgen lag der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 bei 1,57 Euro pro Liter. Für Super E5 wurde vielerorts an den Zapfsäulen 1,60 Euro pro Liter verlangt, ebenfalls etwas mehr als in der Vorwoche. Der Preis für Diesel sank laut ADAC in dem Zeitraum allerdings um 1,5 Cent auf 1,42 Euro pro Liter. Vor Beginn der Osterferien waren in der vergangenen Woche die Preise bereits sprunghaft gestiegen. Für einen Liter Diesel mussten laut Automobil-Club im bundesweiten Durchschnitt 5,5 Cent mehr bezahlt werden als in der Vorwoche. Der Preis für einen Liter Super E10 erhöhte sich um 3,2 Cent.

Wer bei seinem Osterausflug Spritgeld sparen will, kann laut ADAC auf eine wenig genutzte Möglichkeit zurückgreifen und den ungeliebten Biokraftstoff E10 mit zehn Prozent Ethanol tanken. Das ist vier Cent günstiger als Superbenzin und kostet demnach nur 1,58 Euro je Liter. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung macht das immerhin zwei Euro aus. Wer über Ostern mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte sich vorher über die Spritpreise in den Transit- und Zielländern informieren. „Gut geplante Tankstopps können die Reisekasse schonen“, sagt ADAC-Experte Andreas Hölzel.

Behinderungen bei der Bahn

Während der Osterfeiertage ist zwar Reisezeit, dafür sind keine Pendler unterwegs. Die Deutsche Bahn nutzt die Zeit von Karfreitag bis Ostermontag daher zu einer Reihe Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten. Reisende müssen sich auf Zugausfälle und ausgedehnte Fahrtzeiten von bis zu einer Stunde zusätzlich einstellen. Allerdings gibt das Unternehmen an, Verspätungen bereits bei den Osterfahrplänen berücksichtigt zu haben. Da die Mehrzahl der Reisenden am Gründonnerstag unterwegs sei, sei dieser Tag noch von Störungen ausgenommen. Betroffen sind nach Angaben der Deutschen Bahn die Strecken Hamburg–Hannover, Hamburg–Flensburg–Westerland, Berlin–Leipzig, Köln–Koblenz und München–Ingolstadt.

dpa/dapd/vm

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