Orkan „Xaver“

Ostfriesische Inseln verlieren Strand und Dünen

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Die Nordseeinseln haben „Xaver“ zu spüren bekommen: Große Mengen Sand und ganze Dünen fehlen.

Norden/Juist - Orkan „Xaver“ hat den Norden Deutschlands insgesamt weniger hart getroffen als befürchtet - drei schwere Sturmfluten hintereinander haben auf den ostfriesischen Inseln dennoch Spuren hinterlassen. Es fehlen große Mengen Sand auf den Stränden, viele Dünen sind weg.

Strände und Dünen der ostfriesischen Inseln haben im Orkan „Xaver“ stark gelitten. Auf Juist seien im Mittel 25 Meter Dünen verloren gegangen, sagte die Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Herma Heyken. Eine genaue Bilanz sei erst nach einer Laservermessung aus der Luft in den kommenden Tagen möglich. Alleine auf den Inseln müssen rund 500 Kubikmeter Treibgut von den Deichen geräumt werden. Das sei nötig, weil sonst das Gras absterbe.

Die frische Sandaufspülung auf Langeoog und ein neues Deckwerk auf Baltrum haben nach Heykens Angaben der Sturmflut aber standgehalten. Juists Bürgermeister Dietmar Patron machte die stärksten Dünenabbrüche im Westen der Insel aus. „Da ist die Brandung stark rangegangen.“ Er ist froh, dass so frühzeitig vor dem Orkan gewarnt wurde. So habe man Schäden zum Beispiel im Hafenbereich verhindern können.

Auf dem Festland haben alle Deiche und Flutschutzeinrichtungen den Sturmfluten Stand gehalten, sagte Heyken. Hauptproblem seien Unmengen von Treibgut auf den Deichen, bestätigte Schultheiß Jürgen Schubel vom Cuxhavener Deichverband den Eindruck von den Inseln. „Wir holen es erstmal runter vom Grünland.“ Weil die aufgeweichten Grasflächen im Moment nicht mit Maschinen befahren werden können, sei das hauptsächlich Handarbeit.

Nach Heykens Angaben stehen pro Jahr etwa 72 Millionen Euro für den Küstenschutz in Niedersachsen zur Verfügung, rund 10 Millionen davon für die Inseln. Das NLWKN habe daher die Möglichkeit, auf Sturmflutschäden zu reagieren. Zuletzt waren mit Millionenaufwand große Mengen Sand auf Langeoog aufgespült worden.

Die Inseln in der Nordsee von Sylt bis Borkum sind dem ständigen Angriff von Wellen und Strömung ausgesetzt. Besonders gefährdete Bereichen werden oft von Buhnen und befestigte Deckwerken geschützt, in anderen Bereichen wie Stränden und Dünen müssen Sandverluste durch Aufspülungen immer wieder ausgeglichen werden. Im Wattenmeer sind ständig große Mengen Sediment mit dem Wasser in Bewegung. In einigen Bereichen brechen Küsten ab, anderswo wachsen die Strände von ganz alleine oder es entstehen sogar neue Sandbänke und ganze Inseln.

dpa

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