Friedensbotschaft für Nahost

Papst im Libanon eingetroffen

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Foto: Papst Benedikt XVI. bei seiner Abreise in Rom.

Rom - Der Papst im Libanon: Während er dem Land eine Friedensbotschaft bringen will, tobt im benachbarten Syrien ein blutiger Bürgerkrieg. Und zudem ist die islamische Welt wegen eines antiislamischen Videos gerade in Aufruhr.

Papst Benedikt XVI. ist am Freitag mit einer Friedensbotschaft für den Nahen Osten in den Libanon geflogen. Der dreitägige Besuch des Oberhauptes der Katholiken gilt nicht nur der christlichen Minderheit im Libanon, sondern der gesamten Krisenregion. Bereits im Vorfeld hatte der Papst die bedrängten Christen in den überwiegend muslimischen Ländern des Nahen Ostens zum Bleiben aufgerufen. Denn ihr Bemühen um Dialog und Versöhnung sei wichtig für den Frieden.

Erstes Ziel der Papst-Reise ist der Wallfahrtort Harissa, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Beirut. Offizieller Anlass der Papst-Reise ist das Schlussdokument der Nahost-Bischofssynode von vor zwei Jahren. Benedikt unterschreibt und übergibt das Papier, das Wege aus der schwierigen Lage zahlreicher Christen in der Region sucht. Außergewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen für Beirut seien nicht getroffen worden, hatte der Vatikan noch am Dienstag betont. Bei jedem päpstlichen Besuch trifft das Gastland jedoch eine Reihe striktester Vorkehrungen, um den Papst zu schützen. „Alle Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um einen sicheren Besuch des Papstes zu garantieren“, sagte Innenminister Marwan Charbel.

Überschattet wird der Besuch nicht nur von dem Bürgerkrieg im benachbarten Syrien. Inzwischen ist Gewalt in Libyen und Ägypten aufgeflammt, als Antwort auf einen Filmtrailer, der den Propheten Mohammed verunglimpft. Bemüht um den Dialog mit dem Islam, kommt Benedikt im Präsidentenpalast in Baabda mit führenden Köpfen der Muslime im Libanon zusammen. Auche in Gespräch mit Präsident Michel Suleiman, einem maronitischen Christen, steht auf der Tagesordnung. Eine Sonntagsmesse an der Waterfront Beiruts ist dann der Höhepunkt der 24. Auslandsreise des Papstes.

Benedikt kommt als Kirchenoberhaupt, nicht als Politiker, hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi bekräftigt. Nur wenige Tage vor der Reise hatte Benedikt erneut eindringlich zu Verzicht auf Gewalt und zum Dialog im Nahen Osten aufgerufen. Auch die internationale Gemeinschaft müsse diesen Prozess begleiten, weil ein stabiler und dauerhafter Frieden in dieser Region für die ganze Welt wichtig sei.

dpa

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