Tiefgläubige Anna Schäfler

Papst spricht bayrische Mystikerin heilig

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Foto: Am Sonntag spricht Papst Benedikt XVI. Anna Schäffer heilig.

- Eine bayerische Mystikerin und eine deutsch-amerikanische Nonne sind unter den sieben Glaubenszeugen, die der Papst an diesem Sonntag heiligspricht.

Bei einer Messe auf dem Petersplatz in Rom will Benedikt XVI. außerdem erstmals eine nordamerikanische Indianerin in den Stand der Heiligen der katholischen Kirche erheben. Die feierliche Zeremonie erfolgt vor den Bischöfen aus aller Welt, die für eine Synode nach Rom gekommen sind. Sie ist ein Höhepunkt in dem von Benedikt ausgerufenen „Jahr des Glaubens“, mit dem der Papst Zeichen gegen eine zunehmende Verweltlichung und Orientierungslosigkeit setzen will.

Der Papst hatte bereits im Februar angekündigt, die sieben Seligen aus sechs Ländern heiligsprechen zu wollen. Die tiefgläubige Anna Schäffer (1882-1925) aus Bayern hatte nach einem schweren Unfall jahrzehntelang körperliche und seelische Leiden ertragen und Wundmale gezeigt. Ihre Gebeine wurden 1972 in ihre Geburtsstadt Mindelstetten gebracht. Die aus Heppenheim an der Bergstraße stammende Maria Anna Cope (1838-1918) widmete als deutsch-amerikanische Ordensfrau ihr Leben den Leprakranken auf der Hawaii-Insel Molokai. 2005 wurde die „Mutter Marianne von Molokai“ genannte Schwester seliggesprochen.

Als erste eingeborene Heilige aus Nordamerika geht jetzt Kateri Tekakwitha (1656-1680) in die Geschichte der katholischen Kirche ein. Die „Lilie der Mohawk“ genannte Indianerin starb drei Jahre nach ihrer Taufe. Sie wird vor allem im Heiligtum Kahnawake bei Montreal verehrt, wo ihre sterblichen Überreste beigesetzt wurden. US-Präsident Barack Obama hat eigens eine Delegation ernannt, die bei der Heiligsprechung der Indianerin in Rom anwesend sein wird.

Ein Märtyrer von den Philippinen, jeweils ein französischer und ein italienischer Priester sowie eine spanische Ordensfrau werden ebenfalls vom Papst in den Stand der Heiligen erhoben. Alle wurden wie üblich in einer ersten Stufe des kirchenrechtlichen Verfahrens seliggesprochen und dürfen künftig auch weltweit als Heilige verehrt werden.

dpa

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