Marineversorger „Berlin“

Piratenjäger wieder in der Heimat

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Foto: Das Marineschiff „Berlin“ kehrt nach viermonatigem Anti-Pirateneinsatz in den Marinestützpunkt Wilhelmshaven zurück.

Wilhelmshaven - Große Freude in Wilhelmshaven: Die Besatzung des Marineversorgers „Berlin“ ist nach über vier Monaten wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt. Vor Somalia halfen die Soldaten beim Kampf gegen Piraten und wirkten bei der Befreiung von Geiseln mit.

Der Marineversorger „Berlin“ hat sich erstmals auch im Einsatz gegen Piraterie am Horn von Afrika bewährt. Am Mittwoch kehrte das Schiff nach viereinhalb Monaten Einsatz mit seiner 230-köpfigen Besatzung wohlbehalten nach Wilhelmshaven zurück. Dort freuten sich rund 300 Angehörige über die Ankunft der Soldaten.

Am Horn von Afrika war der Marineversorger an der Befreiung von 25 Geiseln und der Vertreibung von Piraten beteiligt, sagte Fregattenkapitän Martin Waldmann. Die „Berlin“ sei das beste Schiff, das die deutsche Marine für diesen Auftrag zur Verfügung stellen könne.

Zu den Höhepunkten zählte nach Angaben des Fregattenkapitäns eine Aktion gegen somalische Piraten, die zunächst erfolglos ein Handelsschiff angriffen. Darauf kaperten sie ein indisches Frachtschiff. Die „Berlin“ habe ihre bewaffneten Hubschrauber aufsteigen lassen. Die Piraten hätten daraufhin die Küste angesteuert und das Schiff verlassen. Die Geiseln seien unverletzt geblieben. „Wir haben auf hohem Niveau gepokert und auch ein bisschen Glück gehabt“, sagte der Kommandant. Die Piraten hätten Waffen getragen, die später scheinbar über Bord geworfen wurden.

Insgesamt habe der Versorger mehr Möglichkeiten als die sonst eingesetzten kleineren Fregatten, sagte Waldmann. „Wir sind nur nicht so schnell, aber das gleichen wir mit den leistungsfähigeren Hubschraubern wieder aus.“ Die „Berlin“ war erstmals anstelle der sonst üblichen Fregatten an der EU-geführten Operation „Atalanta“ beteiligt.

Der Einsatzgruppenversorger gehört zu den größten deutschen Marineschiffen und eskortierte mehrfach Schiffe des Welternährungsprogramms durch die unsicheren Gewässer. Diese wurden außerdem mit zwei Bordhubschraubern des Kieler Marinefliegergeschwaders 5 aus der Luft überwacht.

Nach Ausweitung des „Atalanta“-Einsatzes durch den Bundestag im Mai darf die Bundeswehr künftig auch aus der Luft gegen somalische Piraten auf einem zwei Kilometer breiten Landstreifen vorgehen. Wie sich diese politische Entscheidung in der Praxis bewähre, müsse die Zukunft zeigen, sagte Kommandant Waldmann. „Wir haben eine Option mehr.“ Ob, wann und wie künftig Hubschrauber eingesetzt würden, hänge jedoch von vielen Entscheidungen ab.

dpa

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