Neue Strategie

Pistorius lässt Polizei mitentscheiden

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Foto: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) während einer Pressekonferenz über „Neue Wege zur Modernisierung der Polizei mit 'Strategie 2020'“ bei der niedersächsischen Polizei im Innenministerium in Hannovervor Medienvertretern.

Hannover - Wie die Polizei erfolgreich arbeiten kann, das sollen künftig die Beamten vor Ort mitentscheiden. Niedersachsens Innenminister Pistorius setzt auf eine neue Strategie, bei der Mitarbeiterbeteiligung eine große Rolle spielt.

Die Strategie der Polizei in Niedersachsen soll künftig stärker von den Beamten vor Ort mitbestimmt werden. Vom Ministerium vorgegebene Ziele wie die Aufklärungsquote reichten alleine zur Verbesserung der Polizeiarbeit nicht aus, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD)am Montag. Ob die Polizei erfolgreich arbeite und die Bürger sich sicher fühlten, lasse sich nicht am Erreichen vorgegebener Quoten messen. Die bislang gesteckten Ziele erklärte er deshalb für ausgesetzt.

Statt landesweiter Vorgaben sollen die Polizeidirektionen regionale Schwerpunkte setzen können und die Mitarbeiterbeteiligung ausbauen, sagte Pistorius. Der interne Wettbewerb um die besten Zahlen solle beendet werden. An der Erstellung der neuen Strategie 2020 werden Beamte aus ganz Niedersachsen sowie die Universität Hamburg beteiligt. Den Auftakt zur strategischen Neuausrichtung der Polizei bildete eine Tagung mit 130 Führungskräften der Polizei im August, an der auch Pistorius teilnahm. Ziel sei es, dass die Polizei sich vor allem mit Hilfe der Erfahrung aus den eigenen Reihen verbessere, sagte Pistorius. Eine erste Auswertung der polizeiinternen Anregungen will die Universität im November vorlegen.

Vom Jahreswechsel an starten dann die Polizeidirektionen, die Polizeiakademie und das Landeskriminalamt mit dem Schmieden neuer Konzepte. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobte die Herangehensweise des neuen Innenministers. "Dies ist eine neue Art der Beteiligung und Ernsthaftigkeit der Mitbestimmung bei der Polizei Niedersachsen, die in den vergangenen zehn Jahren insgesamt schwer gelitten hat", erklärte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. In die Tagung seien erstmals Personalvertretungen und der Polizeihauptpersonalrat eingebunden gewesen.

dpa

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