Rechtsextremismus

NSU plante keine Anschläge in Niedersachsen

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Die BKA-Handouts von 2011 zeigen Uwe Böhnhardt (l-r), Uwe Mundlos und Beate Zschäpe.

Hannover - Die rechtsextreme Zwickauer NSU-Terrorzelle hat nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes (LKA) keine Anschläge in Niedersachsen geplant gehabt. Dies habe die Auswertung sämtlicher 584 Spuren aus dem Zwickauer Haus des Terrortrios ergeben, die einen Bezug zu Niedersachsen gehabt haben, sagte LKA-Sprecher Frank Federau am Donnerstag.

Bei einem der Fundstücke aus dem Haus handelte es sich nach einem Bericht der hannoverschen „Neuen Presse“ (Donnerstag) um einen Stadtplan von Braunschweig. Auf einem Kartenausschnitt waren mit blauem Stift Punkte markiert. Der türkische Generalkonsul Tunca Özcuhadar machte die Kreuze als Adressen von Moscheen, türkischen und iranischen Restaurants sowie Geschäften aus. Nach den Ermittlungen des LKA handelte es sich dabei aber nicht zum Ziele geplanter Anschläge. Insgesamt wurden in dem zerstörten Haus in Zwickau 10 000 Spuren gesichert.

Er habe nie gewusst, dass es eine solche Karte gab, sagte der türkische Diplomat der Zeitung. Trotz der Zusicherung von Innenministern und Sicherheitsbehörden, alles für Sicherheit und Schutz zu tun, komme es nach wie vor zu Übergriffen, meist von Rechtsextremisten.

Wie die „Neue Presse“ ebenfalls berichtet, hatten die drei Rechtsterroristen Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach dem sechsten Mord ausgelassen auf einem Campingplatz in Gifhorn als Gäste einer Hochzeit mitgefeiert. Durch das Grölen von Naziliedern fielen sie anderen Campern auf. Der Campingplatzbesitzer rief die Polizei zu Hilfe. „Die hat gesagt, ich solle mich nicht so anstellen“, sagte er der Zeitung. Nicht einmal die Personalien seien überprüft worden.

dpa

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