Forschungseisbrecher

„Polarstern“ für Besucher geöffnet

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Foto: Schlange stehen für den Polarstern. Erstmals seit 2008 konnten Interessierte den Forschungseisbrecher besichtigen.

Bremerhaven - Zum ersten Mal seit 2008 hat der Forschungseisbrecher „Polarstern“ am Sonntag wieder die Luken für Besucher geöffnet. Einige Tausend Interessierte schlängelten sich durch die engen Gänge des Schiffs und verschafften sich einen Eindruck vom Leben und Arbeiten an Bord.

Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) gaben auf dem Gelände der Bremerhavener Lloyd-Werft einen Einblick in ihre Arbeit. Auf der Werft wird das Schiff für den nächsten Einsatz vorbereitet. Zum 30. Geburtstag der „Polarstern“ im Dezember ist das Schiff dann wieder auf Forschungsfahrt. „Dann befindet sie sich in der Antarktis und ist schlecht zu präsentieren“, sagte AWI-Sprecher Ralf Röchert am Sonntag anlässlich der Veranstaltung „Open Ship“.

Den großen Andrang habe er erwartet. „Das macht uns stolz, weil es die starke Verbundenheit der Region mit dem Schiff und der Arbeit zeigt“, sagte Röchert. Der Rundgang führte die Besucher durch das 118 Meter lange und 25 Meter breite Flaggschiff der deutschen Forschungsflotte.In den Trockenlaboren im Schiffsinneren berichteten Wissenschaftler von ihrer Forschungsarbeit. Der Geologe Jens Mathiessen, der bereits 15 Expeditionen mit der „Polarstern“ unternommen hat, sprach auch über das Leben an Bord: „Das ist nicht nur Zuckerschlecken.“ Auf seiner jüngsten Expedition sei er elf Wochen unterwegs gewesen, und davon habe er sich nur drei Tage außerhalb des Schiffes aufgehalten. „Man lebt auf engem Raum und kann sich nicht aus dem Weg gehen“, berichtete er. Das sei für manche auf Dauer nichts.

Auf die Vorhersagen des Bordmeteorologen Max Miller vom Deutschen Wetterdienst sind besonders die Helikopterpiloten angewiesen. Der Hubschrauber, den die Besucher an Deck des Schiffes anschauen können, werde beispielsweise zur Walbeobachtung eingesetzt. Er müsse aber auch Wissenschaftler auf einer Eisscholle absetzen, erläuterte Pilot Lars Vaupel. „Bei bis zu minus 40 Grad ist er einsatzfähig, dann kommt er an seine Grenzen.“

dpa

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