Diskussion um neue Waffen

Polizei bald mit Elektroschockern auf Streife?

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Hannover - Nach einem tödlichen Polizeieinsatz am Sonntag drängt die Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen auf die Einführung von Elektroschockpistolen. Ein Mann war beim Angriff auf einen Beamten erschossen worden. "Mit einem Taser hätte der Angriff wahrscheinlich abgewehrt werden können", heißt es bei der Gewerkschaft.

Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in Bad Zwischenahn drängt die Gewerkschaft der Polizei (DPolG)in Niedersachsen auf die Einführung von Elektroschockpistolen, wie sie etwa in Teilen der USA im Einsatz sind. "Der Fall zeigt, dass man Distanzwaffen unterhalb der Schusswaffe braucht", teilte der Landesvorsitzende Thomas Kliewer mit. Bislang ist der Einsatz von Elektroschockern nur für das Spezialeinsatzkommando erlaubt. Da die meisten Gewaltdelikte im täglichen Streifendienst geschehen würden, fordert die Polizeigewerkschaft das Innenministerium dazu auf, die Elektroschocker dort einzuführen.

Am Sonntag hatte in Bad Zwischenahn ein Mann Polizeibeamte mit einem Messer angegriffen. Nachdem der Einsatz von Pfefferspray keine Wirkung gezeigt hatte, erschoss einer der beiden Beamten den Mann mit seiner Dienstwaffe. "Mit demEinsatz sogenannter Taser hätte der Angriff wahrscheinlich abgewehrt werden können", sagte Kliewer.

Leiche wird nach Polizeischüssen obduziert

Gerichtsmediziner sollen jetzt die Leiche des getöteten Angreifers untersuchen. Sie sollten noch am Montag mit der Obduktion beginnen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Carolin Castagna, in Oldenburg. Die Anklagebehörde ermittelt gegen den Beamten wegen des Verdachts der vorsätzlichen Tötung. "Es gibt starke Indizien dafür, dass das ein Fall von Nothilfe war", sagte Castagna. Die Ermittler werden jetzt Zeugen befragen und Spuren auswerten. Das Ergebnis wird voraussichtlich in einigen Wochen vorliegen.

dpa

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