Beamte und Demonstranten verletzt

Polizei in Hamburg löst Demonstrationen auf

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Demonstranten warfen Flaschen, Polizisten setzten Reizgas ein: die Mai-Kundgebung in Hamburg.

Hamburg - In Berlin bleibt es bei linken Demonstrationen zum Maifeiertag weitgehend ruhig, anders in Hamburg. In der Hansestadt geht die Polizei mit Wasserwerfern gegen "Revolutionäre" vor.

Feiern in Berlin, Zwischenfälle in Hamburg: Während die Hauptstadt einen weitgehend friedlichen 1. Mai erlebte, kam es in der Hansestadt bei zwei "revolutionären" Demonstrationen am Freitagabend zu Ausschreitungen. Nach Angaben von Polizei und Beobachtern wurden 34 Beamte und mehrere Demonstranten verletzt. Die Polizei nahm 18 Menschen fest. Schwere Krawalle wie in früheren Jahren blieben bis zum frühen Samstagmorgen in beiden Städten aus. In Hamburg warfen Teilnehmer der Demonstrationen in den Stadtteilen St. Pauli und Altona nach Polizeiangaben Böller auf die Beamten. Die Polizei hatte den Zug auf St. Pauli mit etwa 700 Menschen aus dem linken Spektrum schon wenige Meter nach Beginn gestoppt, weil sich Teilnehmer vermummt hatten. In Altona marschierten bis zu 1500 Menschen aus dem linken Spektrum. Auch dort wurden gleich zu Beginn Feuerwerkskörper gezündet. Die Beamten setzten Wasserwerfer ein.

Nach Auflösung der Demonstrationen kam es immer wieder zu Scharmützeln zwischen kleineren Gruppen und der Polizei auf St. Pauli und im Schanzenviertel. Am späten Abend beruhigte sich die Lage. Die Polizei in Berlin sprach von einer "insgesamt weitgehend störungsfreien" Demonstration. Ein Sprecher sagte, der positive Trend der vergangenen Jahre setze sich offenbar fort. Für eine abschließende Bilanz sei es aber noch zu früh: "Wir müssen erst die Nacht abwarten." Bei demProtestzug kam es zu kleinerenVorfällen. Dabei flogen Steine, Flaschen und Farbbeutel gegen Polizisten, Einsatzwagen und ein Polizeigebäude. Es gab einige Festnahmen. Genaue Zahlen nannte die Polizei auch hier nicht.

In der Vergangenheit war in Berlin von der abendlichen Demo wiederholt Gewalt ausgegangen. In diesem Jahr zählte die Polizei 18 000 Teilnehmer. Nach Angaben der Veranstalter kamen 33 000 Menschen. Sie zogen durch die Stadtteile Kreuzberg und Neukölln. Zum traditionellen "Myfest" in Kreuzberg - einst gegründet, um der alljährlichen Randale entgegenzuwirken - strömten tagsüber fast 45 000 Menschen. Auf knapp 20 Bühnen wurde dort Musik gespielt. Die Innenstadt der türkischen Millionenmetropole Istanbul hingegen befand sich im Ausnahmezustand. Mit Wasserwerfern und Tränengas ging die Polizei dort am Freitag gegen Demonstranten vor, die auf den symbolträchtigen Taksim-Platz wollten. Randalierer warfen Molotow-Cocktails. Mehr als 200 Menschen seien festgenommen worden, hieß es.

dpa

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