Philippinen

Polizei hebt Kinderschänder-Ring aus

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Foto: Kinder spielen auf den Straßen von Manila.

London - Ermittler lassen einen internationalen Pädophilen-Ring auffliegen. Kriminelle organisierten den Missbrauch von philippinischen Kindern. Auch die eigenen Eltern setzen ihre Kinder vor die Webcam.

Kinderschänder auf den Philippinen haben Minderjährige vor laufenden Webcams sexuell missbraucht und die Filme an Kunden in aller Welt verkauft. Die Polizei hat nach mehr als einjährigen Ermittlungen den Kinderschänder-Ring nun ausgehoben. International seien 29 Menschen festgenommen worden, davon 17 in Großbritannien, teilte die National Crime Agency (NCY) am Donnerstag in London mit. Elf der Festgenommenen gehörten zu denen, die den Missbrauch auf den Philippinen organisiert hatten. Darunter seien auch Angehörige der Opfer gewesen.

Einige der Verdächtigen wurden in Großbritannien bereits im vergangenen Jahr zu Haftstrafen verurteilt. Zwei der Verurteilten hätten sich auch dazu verabredet, persönlich auf die Philippinen zu reisen, um dort Kinder zu missbrauchen. Die Ermittlungen unter dem Codenamen "Operation Endeavour" waren den Angaben zufolge im Jahr 2012 aufgenommen worden. Auslöser sei ein Routinebesuch der Polizei bei einem registrierten Sexualstraftäter im englischen Northamptonshire gewesen.

An den anschließenden internationalen Ermittlungen waren Behörden aus zwölf Ländern, darunter Großbritannien, die USA und Australien beteiligt. Im Oktober 2012 hatte die philippinische Polizei 15 Opfer befreit und die elf Tatverdächtigen vor Ort festgenommen. Nach Angaben der australischen Polizei wurden Hunderttausende Bilddokumente gefunden, auf denen teils Kinder im Alter von fünf Jahren zu sehen sind.

Die Verdächtigen hätten "Kindesmissbrauch auf Bestellung" organisiert, sagte der Leiter des britischen Ermittlungsteams, Andy Baker. Allein einer der Verdächtigen hatten vier Millionen verdächtige Bilder auf seinem Computer. "Diese Ermittlungen haben einige extrem gefährliche Kinderschänder identifiziert", sagte er. Dass die tatsächlichen Taten Tausende Kilometer entfernt geschehen sind, mache keinen Unterschied. Die Live-Übertragung von Missbrauchsszenen via Webcams im Internet aus Entwicklungsländern stelle eine wachsende Gefahr da, hieß es in der Mitteilung der NCA.

dpa

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