Tödliche Schleuderfallen

Polizei rätselt über Ölfleck-Anschläge auf Motorradfahrer

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Ein Unbekannter hat immer wieder Altöl auf Straßen verteilt und so Motorradfahren gefährliche Fallen gestellt.

Markt Rettenbach - Zwei Jahre lang kam die Kripo nach dem tödlichen Ölfleck-Anschlag auf einen Motorradfahrer im Allgäu kaum voran. Jetzt werden immer mehr ähnliche Fälle bekannt – in Baden-Württemberg. Die Sonderkommission sucht nun nach einem Serientäter.

Nach dem Bekanntwerden einer Serie von Ölfleck-Anschlägen auf Motorradfahrer in Bayern und Baden-Württemberg sucht die Polizei nach weiteren Fällen. Wie in den vergangenen Tagen bekanntwurde, hatten der oder die Täter von 2007 bis 2011 immer wieder Altöl auf Straßen verteilt und so gefährliche Schleuderfallen für Biker geschaffen.

Vor knapp zwei Jahren verunglückte auf einer solchen Öllache ein 37 Jahre alter Motorradfahrer bei Markt Rettenbach im Allgäu. Der Mann starb, nachdem er in ein Auto geschleudert war. Nun wurde bekannt, dass der Täter schon zuvor in mehr als 100 Kilometer Entfernung solche Ölfallen gestellt hatte. Wie ein Polizeisprecher der Kripo Kempten am Mittwoch sagte, soll nun gezielt bei Feuerwehren gefragt werden, wo ähnliche Ölflecke aufgefallen sind.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes gegen den unbekannten Ölflaschenwerfer. Fast zwei Jahre lang hatten die Ermittler keine konkrete Spur, obwohl der Fall im Sommer 2011 in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" ausgestrahlt wurde und an den Glasscherben der genetische Fingerabdruck des mutmaßlichen Täters festgestellt wurde.

Bislang wurden mehr als 800 Speichelproben nach einer freiwilligen DNA-Reihenuntersuchung verglichen, jedoch ohne Erfolg. Die Fahnder gehen davon aus, dass der Täter die mit Öl gefüllen Wein- und Sektflaschen aus einem fahrenden Auto auf die Fahrbahn wirft. In dem Fall wurde eine Belohnung von insgesamt 50 000 Euro ausgesetzt - der größte Teil dieses Geldes kommt von zwei Privatpersonen. Ein Geschäftsmann aus Nordrhein-Westfalen hat allein 42 000 Euro zur Verfügung gestellt.

dpa

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